{"id":245,"date":"2024-08-04T08:54:50","date_gmt":"2024-08-04T06:54:50","guid":{"rendered":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=245"},"modified":"2024-08-04T08:54:50","modified_gmt":"2024-08-04T06:54:50","slug":"ueber-ein-antimilitaristisches-treffen-in-prag-im-mai-2024-die-action-week","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=245","title":{"rendered":"\u00dcber ein antimilitaristisches Treffen in Prag im Mai 2024, die Action Week"},"content":{"rendered":"<p>\u201eIch dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg, bis ich heraus fand, dass es welche gibt, die nicht hingehen m\u00fcssen.\u201c Erich Maria Remarque<\/p>\n<p>Seit dem Beginn des Einmarsches\/\u00dcberfalls der Russischen Streitkr\u00e4fte in der Ukraine haben sich viele Gruppen, Parteien, Organisationen, Initiativen, Individuen, ob formell oder informell \u2013 obwohl der Konflikt dort nicht seit 2022, sondern seit 2014 l\u00e4uft \u2013 der radikalen Linken des Kapitals ganz gem\u00e4\u00df ihrer Haltung\/Theorie\/Ideologie, sich einer der Kriegsparteien zugeordnet und diesen Krieg gerechtfertigt. Das hei\u00dft die Interessen einer Fraktion des Kapitals ideologisch zu rechtfertigen und zu verteidigen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Sei es die sogenannte \u201epro-russiche\u201c Position, die zu wenig kritisiert wird, die sich stellvertretend als die anti-imperialistische Position definiert, die weltweit sehr verbreitet ist und durch die Umkreisung von NATO-Mitgliedsl\u00e4nder den Einmarsch der Armee der Russischen F\u00f6deration eine Legitimation in die Ukraine gibt. Dieser Ansicht nach handelt es sich um einen Krieg gegen den Imperialismus der NATO, also der USA und deren Marionetten. In diesem Narrativ spielt nur der Imperialismus eine Rolle, die Zw\u00e4nge des Kapitalismus, die diesem vorausgehen, spielen gar keine Rolle. B\u00f6ser Westen.<\/p>\n<p>Oder die sogenannte \u201epro-ukrainische\u201c Position, die auch zu wenig kritisiert wird, die sich stellvertretend auch als eine anti-imperialistische Position definiert, nur mit dem Zusatz sogenannter nationaler Befreiung, als die endg\u00fcltige Befreiung vom imperialistischen russischen Joch, die sich gegen die schon als deterministisch imperialistischen Zw\u00e4nge Russlands wehren muss. Als handele es sich um einen Krieg gegen den Imperialismus Russlands, das versucht eine neues Imperium mittels Waffengewalt zu erreichen. In diesem Narrativ spielen weder Kapitalismus noch die imperialistischen Zw\u00e4nge, die mit diesem einhergehen auch gar keine Rolle. B\u00f6se Russen.<\/p>\n<p>Und zuletzt die sogenannte \u201epazifistische\u201c Position, die sich nach nichts anderem sehnt als dem friedlichen Krieg des Kapitalismus, in dem tausende von Fl\u00fcchtlinge im Mittelmeer ertrinken, abertausende von Fl\u00fcchtlingen, angetrieben von Elend, Hunger, Umweltkatastrophen \u2013 alle vom Kapitalismus verursacht \u2013 die Sahara \u00fcberqueren und dort von Schleusern am Wegrand dahingeworfen werden, tausende weltweit verhungern, ausgebeutet werden, usw. jene Position die das Ende bewaffneter und milit\u00e4rischer Konflikte und Kriege will, aber nichts gegen ihre Ursache unternehmen will. Jene Position die denkt, dass der Kapitalismus seine Massaker auf alle Spezies dieses Planeten auch ohne Waffengewalt durchziehen kann. Denn Frieden ist nur ein Waffenstillstand in einem endlosen Krieg. Dies lehrt uns die Geschichte, dies lehrt uns die Herrschaft des Kapitalismus.<\/p>\n<p>Nun, seit dem Anbeginn dieses weiteren Krieges, einer von vielen die gerade tausende von Arbeiterinnen und Arbeiter in den Sch\u00fctzengr\u00e4ben Stacheldraht und Kugeln f\u00fcr die Interessen ihrer nationalen Bourgeoisie fressen lassen, haben nicht sehr viele Gruppen\/Initiativen\/Organisationen, ob formell oder informell, sich daf\u00fcr stark gemacht, dass alle Kriege nur die Kriege des Kapitalismus sind, dass darin nur die Interessen einer herrschende Klasse gegen eine andere ganz im Sinne von Von Clausewitz zum Ausdruck kommen, dass Kriege ein fundamentaler Ausdruck des Kapitalismus sind, um \u00f6konomische Krisen zu l\u00f6sen, sei es durch zu gro\u00dfe Akkumulation von Waren, dem Verlust von Wert der Waren, neue Erschlie\u00dfung-Kontrolle-Verteidigung durch Monopol von neuen M\u00e4rkten, etc. gesch\u00fctzt werden. Das darin der jetzige Staat und sein ideologisierte Verk\u00f6rperung die Nation eine fundamentale Rolle spielt, um Arbeiterinnen und Arbeiter mittels falscher Antagonismen und Dichotomien (Vaterland, Nation, Rasse, Glaube, Volk, Patriarchat, etc\u2026) dazu zu bringen sich f\u00fcr die Interessen jener, die sie im eigenen Land ausbeuten, im Knast einsperren, aus der Wohnung werfen, usw., sich gegenseitig mit jenen umzubringen, mit denen sie eigentlich dieselbe kapitalistische Realit\u00e4t erleiden m\u00fcssen. Die Klassengesellschaft teilt uns nicht nur in Klassen auf, sondern die herrschende Klasse teilt uns Arbeiterinnen und Arbeiter mittels Rassismus, Grenzen, Nationen, Kulturen, Patriarchat etc. nochmals auf, um nur ihren Interessen zu dienen. Darin spielt die Demokratie eine enorme Rolle, denn sie vereint n\u00e4mlich die Gesellschaft die in Klassen aufgeteilt ist, indem sie die Antagonismen verschwinden l\u00e4sst. Auch sie erschafft eine falsche menschliche Gemeinschaft um den Staat, die Nation und das Volk, wir sind am Ende n\u00e4mlich alle freie Staatsb\u00fcrgerinnen und -b\u00fcrger. Wir haben das Recht, zu w\u00e4hlen, uns frei entscheiden zu k\u00f6nnen, wo wir ausgebeutet werden, usw. Aber wir haben ganz nach Hegel, auch die Pflicht f\u00fcr unser Land zu morden, wenn dieser uns zu den Fahnen unserer Nation aufruft.<\/p>\n<p>Nun um \u00fcber diese Fragen, so wie viele andere, die nicht erw\u00e4hnt worden sind, um dar\u00fcber wie eine revolution\u00e4re Bewegung sich diesen Fragen stellen k\u00f6nnte, wie gegen den kapitalistischen Krieg und Frieden, wie gegen die falsche Kritikerinnen und Kritiker dieser gek\u00e4mpft werden kann, um dar\u00fcber diskutieren zu k\u00f6nnen, wurde dazu aufgerufen sich Ende Mai 2024 in Prag bei der sogenannten <a href=\"https:\/\/actionweek.noblogs.org\/\">Action Week<\/a> zu treffen.<\/p>\n<p>Wir von der Anarchistischen Buchmesse Berlin und von der <a href=\"https:\/\/panopticon.noblogs.org\/\">Soligruppe f\u00fcr Gefangene<\/a> haben auch soweit wie m\u00f6glich versucht an der Verbreitung dieses Treffens mitzuhelfen, indem wir viele der Ank\u00fcndigungen und Texte \u00fcbersetzt haben, indem wir mit Menschen \u00fcber die Notwendigkeit eines solchen Treffens gesprochen haben, weil wir das Anliegen dieses Treffens f\u00fcr sehr wichtig halten, weil es auch ein wichtiges Anliegen dieses Treffens sein sollte, dass sich Revolution\u00e4re aus der ganzen Welt treffen sollten, mit einem wichtigen Fokus gerade auch auf Ost-Europa und wir die Intentionen und die Punkte, die dieses Treffen vorschlug, nach wie vor f\u00fcr richtig halten. Also hatte das Treffen nicht nur einen internationalistischen Charakter, sondern verteidigte den Internationalismus ganz klar, was heutzutage wieder von enormer Wichtigkeit ist.<\/p>\n<p>Gerade weil der Internationalismus in der Regel als eine Akkumulation verschiedener nationaler Befreiungsbewegungen (nationalistisch und reaktion\u00e4r) oder als eine Akkumulation verschiedener Nationen und Nationalismen verstanden wird, wie es der Fall in der Komintern war, und dies nicht seiner revolution\u00e4ren Intention entspricht, ganz nach dem Motto, das Proletariat hat kein Vaterland, sondern auf einmal \u2013 wieder \u2013 unendlich viele, wo am Ende nur die Interessen aufstrebender herrschender Klasse verteidigt werden.<\/p>\n<p>Es war durchaus sehr ambitioniert, gerade auch weil verschiedene anarchistische und (links)kommunistische Gruppen\/Initiativen\/Organisationen und Individuen, sowie unterschiedliche Tendenzen innerhalb dieser, f\u00fcr das Treffen eingeladen wurden \u2013 den genaueren Grund daf\u00fcr kennen nur die Organisierenden \u2013 wo der gemeinsame Nenner manchmal nur die allgemeine, aber dennoch richtige, Ablehnung und Kritik an den Krieg und den Frieden des Kapitalismus war. Also ein durchaus ambitioniertes Vorhaben, vielleicht zu sehr sogar.<\/p>\n<p>Eine ganz Woche mit Aktionen, Kundgebungen, Demonstrationen und Diskussionen sollten stattfinden.<\/p>\n<p>Wie wir schon erw\u00e4hnten, gibt es reformistische und konterrevolution\u00e4re Gruppen und Individuen, die, nicht anders wie der Wolf sich im Schafspelz tarnt, sich als Revolution\u00e4re geben, als unvers\u00f6hnliche Feinde des Kapitalismus und des Staates, aber in Realit\u00e4t sind sie nichts anderes als ihre Bluthunde. Es gibt, wie gesagt, marxistisch-leninistische Gruppen\/Parteien\/etc. \u2013 also die Linke des Kapitals \u2013 die die Invasion von der Russischen F\u00f6deration verteidigen, bzw. legitimieren, aber es gibt auch jene falschen Anarchistinnen und Anarchisten \u2013 in diesem Fall auch die Linke des Kapitals \u2013 die dasselbe auf der Seite der NATO und der Ukraine tun. Letztere hassen und verachten alle, die sie aufgrund ihres falschen Anarchismus und deren Inkoh\u00e4renz \u00f6ffentlich kritisieren und angreifen. Was logisch ist, sie wollen ja die Absolution f\u00fcr das, was sie im Namen des Anarchismus zu verteidigen versuchen.<\/p>\n<p>Nun sind letztere Stimmen in Ost- und Zentraleuropa verbreiteter, laut, anders wie an anderen Orten auf der Welt, wo die verbreitete Haltung es ist bedingungslos hinter Russland zu stehen. Typischer Manich\u00e4ismus des Anti-Imperialismus, wo alles, was gegen die USA und die NATO ist, gut ist, egal wie reaktion\u00e4r und konterrevolution\u00e4r es sein mag. Alles Positionen, die wir f\u00fcr falsch und konterrevolution\u00e4r halten, in diesem wie in jedem kapitalistischen Krieg und kapitalistischen Frieden.<\/p>\n<p>Im Treffen, das in Prag Ende Mai h\u00e4tte stattfinden sollen, zumindest so wie es angek\u00fcndigt war, spitzte sich aber genau dieser Konflikt zu, zwischen jene die f\u00fcr die Zerst\u00f6rung aller Nationen-Staaten, dem Kapitalismus, dem Patriarchat, usw., sind und jenen, die diese verteidigen. Wir sagen zuspitzen, weil es seit dem Beginn dieses Krieges, der schon tausenden von Arbeiterinnen und Arbeitern aus der Ukraine, aus Russland, Fl\u00fcchtlingen aus aller Welt, die sich als S\u00f6ldner mit dem Versprechen einer besseren Staatsb\u00fcrgerschaft verpflichten haben lassen, Gefangenen, die aus dem Knast raus geholt wurden, denen die Freilassung versprochen wurde, sollten sie diese Massaker \u00fcberleben, das Leben gekostet hat, eine international gef\u00fchrte Auseinandersetzung dar\u00fcber gibt, wo eben zwei sich antagonistische Positionen gegen\u00fcber stehen.<\/p>\n<p>Wir gehen an dieser Stelle nicht darauf ein, wie diese NATO-Anarchistinnen und Anarchisten, was, gelinde gesagt, ein Euphemismus ist, alle revolution\u00e4re Anarchistinnen und Anarchisten denunzieren und diffamieren, dazu sp\u00e4ter mehr, aber es ist wichtig nochmals zu betonen, wie energisch sie versuchen diese Debatte moralisch aufzuladen, genauso wie mit L\u00fcgen, denn von Inhalten kann hier nicht die Rede sein, aber in Prag erreichte dieser Konflikt einen weiteren Zenit.<\/p>\n<p>Ob durch Zufall oder nicht, am selben Wochenende sollte in Prag eine <a href=\"https:\/\/www.anarchistbookfair.cz\/en\">Anarchistische Buchmesse<\/a> stattfinden, die schon von Anfang an klar gemacht hat, dass die Action Week und sie nichts miteinander zu tun hatten und haben w\u00fcrden\u00b9. Ob mitorganisierend von dieser oder nicht, aber die <a href=\"https:\/\/www.afed.cz\/\">Anarchistische F\u00f6deration (AF)<\/a> von Tschechien hatte schon klar an mehreren Stellen\u00b2 ihre kriegstreibende Haltung deutlich gemacht und alle Initiativen und Gruppen, die sie im Territorium der Tschechischen Republik verortete, ob dies stimmte war regelrecht belanglos, wie die <a href=\"https:\/\/antimilitarismus.noblogs.org\/\">Antimilitaristische Initiative (AMI)<\/a> und die Gruppe <a href=\"https:\/\/www.autistici.org\/tridnivalka\/\">Tridni Valka (Klassenkrieg)<\/a>, um ein paar Beispiele zu nennen, als Gespenstergruppen zu bezeichnen, als Gruppen und Initiativen die niemand kennen w\u00fcrde und die nicht ein Teil der anarchistischen Bewegung seien. Was f\u00fcr eine absurde, infantile und l\u00e4cherliche Anschuldigung, wir kennen auch die AF nicht, ergo existiert sie nicht?<\/p>\n<p>Dies gilt nur als ein weiteres Beispiel daf\u00fcr, dass sich eben jene, die sich als Anarchistinnen und Anarchisten bezeichnen, aber nur die Wachhunde des Kapitals und des Staates sind, die vorgeben mit allen diskutieren zu wollen, alles und jeden angreifen und diffamieren m\u00fcssen, der ihnen durch eine Kritik an der kriegstreibenden Haltung einen Spiegel vor die Nase halten, was AMI und Tridni Valka unter einigen auch immer wieder getan haben.3<\/p>\n<p>Eine weitere Anschuldigung der AF war auch, dass die Action Week in Realit\u00e4t sich nur als eine enorme Blase und Verarsche herausstellen w\u00fcrde, dass die \u00dcbersetzung der Aufrufe in zw\u00f6lf Sprachen4 nur eine Finte w\u00e4re, etc., all dies verbreiteten diese kriegstreibenden Gruppen. Sie wollten jeden davon abhalten auf dieses Treffen zu gehen.<\/p>\n<p>Wenn der Anti-Militarismus, die weltweite Perspektive und Notwendigkeit der sozialen Revolution von einer Minderheit verteidigt wird, sollten sich doch alle Anarchistinnen und Anarchisten auf der Welt fragen, ob diese Frage entlang der Messeinheit von Minderheiten und Mehrheiten relevant ist oder nur eine Frage zwischen den Feinden und den Verteidigern aller Staaten-Nationen und des Kapitalismus.<\/p>\n<p>Wie gesagt, wir haben auch hier in Berlin seit dem Beginn des Krieges mehrere solche Ger\u00fcchte \u00fcber andere Gruppen geh\u00f6rt, die f\u00fcr diese Kriegstreiber unbequem sind, vor allem in Ost-Europa, die entweder als dogmatische Spinner oder als insignifikant bezeichnet werden. Ein Beispiel w\u00e4ren die Gruppe aus Charkow Assembly oder die anarchosyndikalistische Organisation aus Russland KRAS-AIT. Es hat schon Vorf\u00e4lle gegeben, wo Namen der Mitglieder unbequemer Gruppen ver\u00f6ffentlicht wurden, was selbstverst\u00e4ndlich der Repression direkt in die H\u00e4nde spielt.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns sind dies nichts weiteres als Bullenmethoden, jede \u201eAnarchistische Gruppe\u201c die sich solcher Methoden bedient, h\u00f6rt sofort auf solch eine zu sein, wenn sie diesen Weg beschreitet, egal aus welchem Grund. Nur Helfershelfer des Staates.<\/p>\n<p>Schon vor dem Treffen bahnten sich Konflikte an und die Organisierenden machten darauf aufmerksam, dass ein <a href=\"https:\/\/actionweek.noblogs.org\/post\/2024\/05\/10\/akce-make-tattoo-not-war-je-zrusena-make-tattoo-not-war-is-canceled\/\">solidarisches Event<\/a> aufgrund uns nicht bekannter Gr\u00fcnde abgesagt werden musste. Wir sagen ehrlich unbekannten Gr\u00fcnden, weil wir vielen der Ger\u00fcchten keine Aufmerksamkeit schenken wollen.<\/p>\n<p>Das Treffen in Prag, der Beginn von einer Katastrophe<\/p>\n<p>Wir konnten selbst erst am Freitag hinfahren, aber uns wurde schon am Donnerstag von Menschen, die vor Ort waren, gesagt, dass das Treffen, eine absolute Katastrophe war. Auf einer Kundgebungen und <a href=\"https:\/\/actionweek.noblogs.org\/post\/2024\/05\/24\/anti-war-demonstration-cancelled\/\">einer Demonstration, die als Teil der Action Week<\/a> h\u00e4tten stattfinden sollen, war kein Mensch der Organisierenden vor Ort, es gab Probleme mit den Unterk\u00fcnften, es kamen viele Menschen von au\u00dferhalb und dass die Schule f\u00fcr das Treffen (offizieller Konferenzort), die schon im Februar 2024 f\u00fcr die Tage im Mai gemietet wurde, <a href=\"https:\/\/actionweek.noblogs.org\/post\/2024\/05\/19\/statement-on-security-issues-and-possible-escalation-of-conflicts-at-the-week-of-action\/\">gek\u00fcndigt wurde<\/a>.<\/p>\n<p>Es bahnte sich auf jeden Fall ein enormes Problem an, weil aufgrund des schlechten Wetters, es regnete und es war Starkregen angesagt, konnten die Diskussionen schlecht im Offenen gef\u00fchrt werden und es gab immer noch das Problem der Unterbringung. Nun wir fuhren selbst zu der Schule, wo das Treffen h\u00e4tte stattfinden sollen und trafen niemanden an. Wir konnten erfahren, dass ein alternativer Ort aufgesucht werden konnte und dort das Treffen stattfinden k\u00f6nnte und dass man schauen w\u00fcrde, was alle anwesenden Individuen\/Gruppen\/etc. machen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Ein Treffen voller Gener\u00e4le ohne Armeen<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend hatte der Freitag und die H\u00e4lfte des Samstags einen skurrilen Hauch des Filmes von Monty Python Das Leben des Brians, wir selbst waren anfangs genervt, haben uns aber sehr schnell am\u00fcsiert, die Situation selbst hat es forciert und wir lachen auch gerne.<\/p>\n<p>Also kamen wir an diesem alternativen Treffpunkt an \u2013 an dieser Stelle muss gesagt werden, dass evtl. einigen der Teilnehmenden unsere Schilderung missfallen wird, sie ja sogar als absurd und\/oder unn\u00f6tig empfinden, dies ist uns aber egal, wir geben nichts wichtiges preis, sondern wollen mit dieser Schilderung unsere Kritik verst\u00e4ndlicher und ausf\u00fchrlicher formulieren k\u00f6nnen \u2013 und trafen eine auffallende Traube an Leute die im Kreis sa\u00dfen. Die Begr\u00fc\u00dfung uns entgegen wirkte eher wie ein Verh\u00f6r wie von der Tscheka, wer wir denn seien und woher wir kommen w\u00fcrden. Die Stimmung war verst\u00e4ndlich mies. Eine berechtigte Frage, wenn sie auch erwidert wird, aber es war offensichtlich und klar dass die Gem\u00fcter aufgeheizt waren. Uns ging es auch nicht besser, auch wir waren von der chaotischen Situation genervt.<\/p>\n<p>Nach den Formalit\u00e4ten n\u00e4herte sich ein Mensch und erkl\u00e4rte uns die Lage. Niemand hatte anscheinend die Organisierenden gesehen, niemand wusste wer die Aktionswoche organisierte und alles schien sehr improvisiert. Aus der Not eine Tugend machend wollte man trotzdem ein Treffen halten und diskutieren. Wir fragten uns, ob die Organisierenden \u00fcberhaupt von diesem Ort in Kenntnis gesetzt wurden und wie weitere Teilnehmende den Ort finden sollten?<\/p>\n<p>F\u00fcr uns war die Situation nicht nur absurd, sondern wir erhielten immer wieder sehr widerspr\u00fcchliche Informationen und konnten wenig oder genau, weder \u00fcberpr\u00fcfen noch best\u00e4tigen, was uns gesagt wurde. F\u00fcr uns war es in diesem Moment viel wichtiger herauszufinden, wie und warum die Lage so war, wie sie war, anstatt absurde internationalistische Bekundungen herauszusprechen, was der Fall war, was wir so oder so auf einem Treffen f\u00fcr absurd halten.<\/p>\n<p>So ging das Treffen weiter, wo alle Anwesenden mit einer exakten, auf die Sekunde genauen Zeitangabe, es waren f\u00fcnf Minuten, ihre Analysen f\u00fcr die Gr\u00fcnde des Krieges darstellten und wie \u00fcberhaupt gegen Kriege vorgegangen werden sollte. Da wir sp\u00e4t angekommen waren, konnten wir nicht an der Entscheidung teilnehmen, wie, auf welche Art, das Treffen von statten gehen w\u00fcrde. Da waren wir also zwischen Fehlinformationen und Bekundungen gegen den Krieg etwas hin und her gerissen.<\/p>\n<p>Die meisten der Aussagen waren f\u00fcr uns nicht nur surreal, sondern sie f\u00fcllten mehr eine chaotische Situation mit leeren Kampfparolen und leeren Analysen, als dass wir genaueres miteinander ausdiskutierten.<\/p>\n<p>\u00dcber die Stunden tauchten immer mehr Gruppen und Personen auf, die dieselbe chaotische Situation antrafen, bis gesagt wurde, dass die Organisierenden des Treffens bald auftauchen w\u00fcrden. Hassparolen gegen Tridni Valka wurden von Einzelnen ausgesprochen, Schl\u00e4ge gedroht, wobei es immer noch nicht klar war, ob diese Gruppen \u00fcberhaupt diesen Treffen direkt vor Ort organisiert hatten.<\/p>\n<p>Jetzt machte auch die Runde, dass das ganze Treffen von der Anarchistischen Buchmesse, von der Anarchistischen F\u00f6deration und weiteren NATO-Anarchistinnen und Anarchisten sabotiert und boykottiert wurde. Dort fanden auch Veranstaltungen f\u00fcr den Krieg von unter anderem ABC Belarus, Solidarity Collectives\u2026 statt<\/p>\n<p>Dass sie Druck auf die Direktion der Schule gemacht h\u00e4tten, damit das Treffen nicht stattfinden k\u00f6nnte. Dass das Treffen als Pro-Russisch und gewaltt\u00e4tig dargestellt wurde. Letzteres in Zusammenhang <a href=\"https:\/\/actionweek.noblogs.org\/post\/2024\/05\/19\/statement-on-security-issues-and-possible-escalation-of-conflicts-at-the-week-of-action\/\">eines Textes<\/a>, der auf der Seite des Kongresses ver\u00f6ffentlicht wurde, wo schon auf die Angriffe solcher Gruppen und Individuen hingewiesen wurde und dass sie die Action Week gegen solche Angriffe und Provokationen verteidigen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Nun schlugen die Menschen die angekommen waren \u2013 zwischen Anschuldigungen und Anfeindungen \u2013 vor, dass f\u00fcr den <a href=\"https:\/\/actionweek.noblogs.org\/post\/2024\/05\/24\/information-about-the-new-space-for-the-anti-war-congress\/\">Samstag ein Raum organisiert wurde<\/a>, der zwar nicht f\u00fcr das urspr\u00fcngliche Treffen ausreichen w\u00fcrde, aber die Diskussionen k\u00f6nnten stattfinden. \u201eL\u00fcgner\u201c, \u201everpisst euch\u201c, \u201eihr habt hier nichts mehr zu melden, das Volk hat gesprochen\u201c (the people have spoken) und \u00e4hnliches wurde ausgerufen. Eine Situation, die abwechselnd am\u00fcsant und pathetisch war, zumindest was das Verhalten von Anwesenden anbelangt.<\/p>\n<p>Wir haben es im diesen Moment noch nicht so genau wahrgenommen, aber es war schon klar, dass in der schon chaotischen Situation Gruppen das Treffen zus\u00e4tzlich zu den Angriffen von NATO-Anarchistinnen und Anarchisten von innen zu sprengen versuchten, wo andere Konflikte zwischen Gruppen in dem Moment ausgetragen wurden. Ganz voran links-kommunistischen Gruppen.<\/p>\n<p>Obwohl versucht wurde das Treffen soweit wie m\u00f6glich zu retten, eskalierte die Situation auf einer theatralischen Art, die man nur mit Popcorn begleiten konnte. Neben uns stand eine Frau, die sogar sagte, dass die Leute die gerade angekommen waren, wie Bullen ausschauen w\u00fcrden. Wir wiesen sie schnell zurecht und sagten, dass man solche Anschuldigung nicht aus dem Nichts machen sollte.<\/p>\n<p>Es war klar, dass das Treffen, so wie es h\u00e4tte stattfinden sollen, gescheitert war, es war nur noch eine Frage von wie kann die restliche Zeit (Samstag und Sonntag) gerettet werden. Aus unserer Sicht haben sich nur ganz wenige Personen darum gek\u00fcmmert und aus einer sehr prek\u00e4ren Situation das unm\u00f6gliche gemacht, um die Action Week stattfinden zu lassen.<\/p>\n<p>Die ganze Zeit wurde immer wieder von einigen wiederholt, dass der Ort f\u00fcr den Samstag auch erfunden sei, es w\u00e4re wahrscheinlich eine H\u00f6hle im Wald (\u201ewie eine Art Mordor\u201c), dass nichts geplant w\u00e4re, dass der morgige Tag eine Wiederholung des Freitags w\u00e4re. Ein Teil der Anwesenden \u2013 also die nervigen links-kommunistischen Gruppen \u2013 fing in ihrer Manier die Massen lenken zu wollen an, ein alternatives Treffen f\u00fcr den Samstag vorzuschlagen. Uns ging das imagin\u00e4re Popcorn langsam aus und wir erhofften eine Schl\u00e4gerei, was das Ganze noch am\u00fcsanter gemacht h\u00e4tte, diese blieb jedoch aus.<\/p>\n<p>Wir hofften auf jeden Fall auf einen kommenden besseren Tag.<\/p>\n<p>Der Samstag, die noch absurdere Fortsetzung vom Freitag<\/p>\n<p>Schnell stellte sich heraus, dass der Samstag die Fortsetzung vom Freitag war. Wir sind zum Treffpunkt gegangen, wo wir dachten, dass das Treffen h\u00e4tte stattfinden sollen, das am vorherigen Tag vorgeschlagen wurde. Aber wir waren im \u201ealternativen\u201c Treffen gelandet,mea maxima culpa,au\u00dfer der Spaziergang durch Prag, war alles f\u00fcr die Katz. Nach weiteren Bekundungen, nach weiteren historischen Parolen, nach weiteren Hasstiraden gegen die Organisierenden, machte sich die Traube in Richtung eines Ortes auf, im Freien, wo wir miteinander diskutieren sollten.<\/p>\n<p>Wir wollten die ganze Zeit nur wissen, wo das andere Treffen war, wir wollten nur so schnell wie m\u00f6glich weg. Die links-kommunistischen Gruppen hatten ihr Ziel erreicht, das st\u00e4ndige hin und her, die Fehlinformationen, die Ger\u00fcchte, alles hatte dazu gef\u00fchrt, dass die Leute nicht mehr wussten, was sie in einer Stadt machen sollten, die sie (nicht) kannten. Ab dem Moment war die Action Week definitiv gesprengt worden und zwar von au\u00dfen und von innen.<\/p>\n<p>Das ad absurdum erreichte dann seinen Zenit, als dar\u00fcber diskutiert werden sollte, ob der j\u00e4mmerliche Rest der Leute, die \u00fcbrig geblieben waren, sich einig waren oder nicht, ob dies eine Art Zimmerwald Konferenz 1915 sei oder nicht. Wir warteten nur auf die Adresse f\u00fcr den Ort, wo die R\u00e4umlichkeiten f\u00fcr die Action Week sein sollten, als wir diese erhielten verpissten wir uns so schnell wie m\u00f6glich. Die Lage war nicht nur so entmutigend und verwirrend, einige der Anwesenden hatten auf einmal sogar vor auf die Anarchistische Buchmesse zu gehen, die auch f\u00fcr diese Situation verantwortlich war. Von unserer Seite aus wiesen wir Leute darauf hin, aber da sie vom Konflikt keine Ahnung zu haben schienen und uns keinen Glauben schenkten wollten, gingen sie trotzdem hin. Es war surreal.<\/p>\n<p>Freitag f\u00fcr\u2019n Arsch, halber Samstag auch, aber ab dem Moment hatten wir am Ende doch die M\u00f6glichkeit das zu machen. wof\u00fcr wir nach Prag gefahren sind. Die Diskussionen waren sehr interessant und wir konnten Menschen aus verschiedenen L\u00e4ndern kennenlernen, mit denen wir interessante und fruchtbare Gespr\u00e4che und Diskussionen f\u00fchrten.<\/p>\n<p>Die Sabotage und Angriffe von au\u00dfen<\/p>\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr die von uns erw\u00e4hnte Konfrontation, hier aus dem Flyer, der auf der Anarchistischen Buchmesse in Prag ausgelegt wurde:<\/p>\n<p>\u201eAnti-War\u201c Congress, Prague 24-26 May<\/p>\n<p>Anti-militarism can be different<\/p>\n<p>We feel the urge to talk about the ideological difference between us, anti-militarist and \u201eanarcho-putinists\u201c, who are trying to be part of the international anarchist movement, but refuse to support Ukraine. There is still not enough reflection about sabotage of \u201eanarcho-putinists\u201c and its consequences. This group, which emerged since the full-scale invasion, starts to be visible only today and unfortunately, has some influence on Western anarchist movement.<\/p>\n<p>Adherents of \u201eanarcho-putinism\u201c, despite their support of refusal to participate in the war, rarely claim to be pacifists. They usually only say that the real enemy of anarchists is the capitalist class, and that workers\u00b4 fight against each other is contrary to international solidarity. They usually refer to the experience of World War I, pointing out that anarchists will never support either side of imperialist war. They are inspired by such anarchist classics as Malatesta or Nettlau, and they claim that Russian war in Ukraine is an imperialist war, and therefore anarchists should remain neutral and not support either side.<\/p>\n<p>But why does \u201eanarcho-putinists\u201c attempt to apply the theoretical constructs of the anarchists classis to the current conflict doesn\u00b4t make sense? Most probably, because their interpratation of theory doesn\u00b4t correspond to reality. For example, Errico Malatesta writes in \u201eAnarchists have forgotten their principles\u201c:<\/p>\n<p>\u201eI am not a \u201cpacifist.\u201d I fight, as we all do, for the triumph of peace and of fraternity amongst all human beings; but I know that a desire not to fight can only be fulfilled when neither side wants to, and that so long as men will be found who want to violate the liberties of others, it is incumbent on these others to defend themselves if they do not wish to be eternally beaten; and I also know that to attack is often the best, or the only, effective means of defending oneself. Besides, I think that the oppressed are always in a state of legitimate self-defense, and have always the right to attack the oppressors. I admit, therefore, that there are wars that are necessary, holy wars: and these are wars of liberation, such as are generally \u201ccivil wars\u201d\u2014i.e., revolutions.\u201c<\/p>\n<p>The supporters of \u201eanarcho-putinism\u201c agree with the above, saying that the oppressed must fight against their oppressors. But they reduce oppression to economic aspect. However, to think that liberation is achieved only through economic expropiation and does not include the struggle for cultural autonomy is a primitve perception of the anarcho-syndicalist approach to selg-liberation. Anti-militarist and anarcho-syndicalist Alexei Borovoy claimed that the preservation of cultural identity does not contradict anti-militarism;<\/p>\n<p>\u201eMilitarism is a product of imperialism, a peculiar outcome of bourgeois-capitalist culture. And if militarism in inconceivable outside nation boundaries, it does not mean that any awareness by people of their uniqueness and self-affirmation of their individual existence, which is the main core of anarchism itself, is always associated with the burdnes and immorality of militarism\u201c. In other words, like most anarchists, he shared the idea that the participation of proletariat in the war, not as proletariat, but as people with their own distinctive culture is incompatible with the idea of unification and expansion, i.e. a manifestation of imperialism. Some people can defend their identity witout infringing on the identity of others. Such war is, by definition, a liberating war.<\/p>\n<p>And Malatesta, in his another essay, \u201eThe War and the Anarchists\u201c, says:<\/p>\n<p>\u201eWe abhor war, which is always fratricidal and damaging, and we want a liberating social revolution; we deplore strife between peoples and champion the fight against the ruling classes. But if, by some misfortune, a clash were to erupt between one people and another, we stand with the people that are defending their independence.\u201c<\/p>\n<p>In fact, many of the anarchist classical theorists see the national liberation struggle as deserving of anarchist support. Ukranian anarchist Denis Khromyi wrote an article about it: \u201eVadim Damier\u00b4s Myth of Classical Anarchist Internationalism\u201c, which thoroughly proves that the war of liberation includes not only economic revolution, but also the defense of national identity and regional autonomy, and that the main oppressor of Ukranian people at this point is not the national bourgeoisie, but the imperialist Russia, claiming for \u201ehistorical lands\u201c.<\/p>\n<p>It is widely known that anarchists support cultural diversity and economic autonomy of individuals. Therefore, when we, anti-miliarists, say that we support Ukranian in a war for their independence and freedom, we don\u00b4t want to exterminate Russian peope. We want to preserve the cultural and political independence of Ukranian people, who are suffering from Russian military aggresion. And who are facing the threat of assimilation and extermination by Russian State. We collectiverly express solidarity with Ukranians not only as representatives of the oppressed economic class, but also as individuals and as representatives of regional communities with diverse linguistic and cultural traditions.<\/p>\n<p>Russian aggresion can\u00b4t be stopped by frozing the frontline, as people on occupied territories will continue to face repressions based on ethnic identity. Ukranian man on occupied territories will be first to be conscripted on the next russian attempt to attack Ukraine and will be forced to fight their own people, as it happened in Donetsk and Lugansk.<\/p>\n<p>When \u201eanarcho-putinists\u201c attack our anti-militarism, they promote the agenda of neutrality, or more precisly, indifference to war, they call the activists, who can assist and solidaize with the oppressed people of Ukraine, for indifference and neutrality.<\/p>\n<p>As anti-militarists, we will never be neutral nor indifferent. We will continue to support Ukranian people in their fight for independence and freedom, and encourage Russian people to fight against their repressive imperialist state!\u201c<\/p>\n<p>Hier das Flugblatt <a href=\"https:\/\/panopticon.noblogs.org\/files\/2024\/08\/scan_20240527130551-1.pdf\">scan_20240527130551-1<\/a> <a href=\"https:\/\/panopticon.noblogs.org\/files\/2024\/08\/scan_20240527131006-1.pdf\">scan_20240527131006-1<\/a><\/p>\n<p>Hier die \u00dcbersetzung:<\/p>\n<p>\u201eAntikriegs\u201c-Kongress, Prag 24-26 Mai<\/p>\n<p>Antimilitarismus kann anders sein<\/p>\n<p>Wir haben das Bed\u00fcrfnis, \u00fcber den ideologischen Unterschied zwischen uns, den Antimilitarist*innen, und den \u201eAnarcho- Putinist*innen\u201c zu sprechen, die versuchen, Teil der internationalen anarchistischen Bewegung zu sein, sich aber weigern, die Ukraine zu unterst\u00fctzen. Es gibt immer noch nicht genug Reflexion \u00fcber die Sabotage der \u201eAnarcho-Putinist*innen\u201c und ihre Folgen. Diese Gruppe, die seit der Invasion entstanden ist, wird erst heute sichtbar und hat leider einen gewissen Einfluss auf die westliche anarchistische Bewegung.<\/p>\n<p>Die Anh\u00e4nger des \u201eAnarcho-Putinismus\u201c behaupten selten, Pazifist*innen zu sein, obwohl sie die Verweigerung der Teilnahme am Krieg unterst\u00fctzen. Sie sagen meist nur, dass der wahre Feind der Anarchist*innen die Kapitalistenklasse ist und dass der Kampf der Arbeiter*innen gegeneinander der internationalen Solidarit\u00e4t widerspricht. Sie verweisen meist auf die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs und betonen, dass Anarchist*innen niemals eine der beiden Seiten eines imperialistischen Krieges unterst\u00fctzen werden. Sie lassen sich von anarchistischen Klassikern wie Malatesta oder Nettlau inspirieren und behaupten, dass der russische Krieg in der Ukraine ein imperialistischer Krieg ist und Anarchist*innen deshalb neutral bleiben und keine der beiden Seiten unterst\u00fctzen sollten.<\/p>\n<p>Aber warum versuchen \u201eAnarcho-Putinist*innen\u201c, die theoretischen Konstrukte der anarchistischen Klassiker*innen auf den aktuellen Konflikt anzuwenden, was keinen Sinn ergibt? Wahrscheinlich, weil ihre Interpretation der Theorie nicht mit der Realit\u00e4t \u00fcbereinstimmt. Zum Beispiel schreibt Errico Malatesta in \u201eAnarchistinnen und Anarchisten haben ihre Prinzipien vergessen\u201c:<\/p>\n<p>\u201eIch bin kein \u00bbPazifist\u00ab. Ich k\u00e4mpfe, wie wir alle, f\u00fcr den Triumph von Frieden und Br\u00fcderlichkeit unter allen Menschen; doch ich wei\u00df, dass der Wunsch, nicht zu k\u00e4mpfen, nur dann erf\u00fcllt werden kann, wenn keine Seite dies tun m\u00f6chte, und dass, solange es Menschen gibt, die die Freiheiten anderer verletzen, diese anderen sich verteidigen m\u00fcssen, wenn sie nicht ewig geschlagen werden wollen; und ebenso wei\u00df ich, dass Angriff h\u00e4ufig die beste, oder einzige, Verteidigung ist. Au\u00dferdem denke ich, dass die Unterdr\u00fcckten immer in einer Situation legitimer Selbstverteidigung sind und immer das Recht haben, die Unterdr\u00fccker anzugreifen. Ich r\u00e4ume deshalb ein, dass es notwendige, heilige Kriege gibt: Kriege der Befreiung, die in der Regel \u00bbB\u00fcrgerkriege\u00ab, d.h. Revolutionen sind.\u201c<\/p>\n<p>Die Anh\u00e4nger des \u201eAnarcho-Putinismus\u201c stimmen dem zu und sagen, dass die Unterdr\u00fcckten gegen ihre Unterdr\u00fccker k\u00e4mpfen m\u00fcssen. Aber sie reduzieren die Unterdr\u00fcckung auf den \u00f6konomischen Aspekt. Die Vorstellung, dass Befreiung nur durch \u00f6konomische Ausbeutung erreicht wird und den Kampf f\u00fcr kulturelle Autonomie nicht einschlie\u00dft, ist jedoch eine fr\u00fchzeitliche Auffassung des anarchosyndikalistischen Ansatzes zur Selbstbefreiung. Der Antimilitarist und Anarchosyndikalist Alexei Borovoy behauptet, dass die Erhaltung der kulturellen Identit\u00e4t nicht im Widerspruch zum Antimilitarismus steht;<\/p>\n<p>\u201e(Der) Militarismus ist ein Produkt des Imperialismus, ein spezielles Ergebnis der bourgeois-kapitalistischen Kultur. Und wenn der Militarismus au\u00dferhalb der nationalen Grenzen undenkbar ist, bedeutet das nicht, dass das Bewusstsein der Menschen f\u00fcr ihre Einzigartigkeit und die Selbstbest\u00e4tigung ihrer individuellen Existenz, die den Kern des Anarchismus selbst ausmachen, immer mit den Belastungen und der Unmoral des Militarismus assoziiert werden\u201c. Mit anderen Worten: Wie die meisten Anarchist*innen teilte er die Auffassung, dass die Teilnahme des Proletariats am Krieg nicht als Proletariat, sondern als Volk mit einer eigenen, unverwechselbaren Kultur unvereinbar ist mit der Idee der Vereinheitlichung und Expansion, d.h. einer Manifestation des Imperialismus. Manche Menschen k\u00f6nnen ihre Identit\u00e4t verteidigen, ohne die Identit\u00e4t der anderen zu verletzen. Ein solcher Krieg ist per Definition ein Befreiungskrieg.<\/p>\n<p>Und Malatesta sagt in einem anderen Aufsatz, \u201eDer Krieg und die Anarchistinnen und Anarchisten\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir verabscheuen den Krieg, der immer bruderm\u00f6rderisch und sch\u00e4dlich ist, und wir wollen eine befreiende soziale Revolution; wir beklagen den Zwist zwischen den V\u00f6lkern und setzen uns f\u00fcr den Kampf gegen die herrschenden Klassen ein. Aber wenn es durch ein Ungl\u00fcck zu einem Zusammensto\u00df zwischen zwei V\u00f6lkern kommt, stehen wir an der Seite der V\u00f6lker, die ihre Unabh\u00e4ngigkeit verteidigen.\u201e<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich sind viele der klassischen Anarchist*innen der Meinung, dass der nationale Befreiungskampf anarchistische Unterst\u00fctzung verdient. Der ukrainische Anarchist Denis Khromyi schrieb einen Artikel dar\u00fcber: \u201eVadim Damiers Mythos des klassischen anarchistischen Internationalismus\u201c, der gr\u00fcndlich belegt, dass der Befreiungskrieg nicht nur die \u00f6konomische Revolution, sondern auch die Verteidigung der nationalen Identit\u00e4t und der regionalen Autonomie umfasst und dass der Hauptunterdr\u00fccker des ukrainischen Volkes zu diesem Zeitpunkt nicht die nationale Bourgeoisie, sondern das imperialistische Russland ist, das Anspruch auf \u201ehistorisches Land\u201c erhebt.<\/p>\n<p>Es ist allgemein bekannt, dass Anarchist*innen die kulturelle Vielfalt und \u00f6konomische Autonomie des Individuums unterst\u00fctzen. Wenn wir Antimilitarist*innen sagen, dass wir die Ukrainer in ihrem Krieg f\u00fcr ihre Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit unterst\u00fctzen, wollen wir deshalb nicht die russischen Menschen ausrotten. Wir wollen die kulturelle und politische Unabh\u00e4ngigkeit des ukrainischen Volkes bewahren, das unter der russischen milit\u00e4rischen Aggression leidet. Und die von der Assimilierung und Ausrottung durch den russischen Staat bedroht sind. Wir solidarisieren uns kollektiv mit den Ukrainer*innen nicht nur als Vertreter der unterdr\u00fcckten \u00f6konomischen Klasse, sondern auch als Individuen und als Vertreter regionaler Gemeinschaften mit unterschiedlichen sprachlichen und kulturellen Traditionen.<\/p>\n<p>Die russische Aggression kann nicht gestoppt werden, indem man die Frontlinie einfriert, denn die Menschen in den besetzten Gebieten werden weiterhin Repressionen aufgrund ihrer ethnischen Identit\u00e4t ausgesetzt sein. Die ukrainischen Menschen in den besetzten Gebieten werden beim n\u00e4chsten russischen Angriffsversuch auf die Ukraine als Erste eingezogen und gezwungen sein, gegen ihre eigenen Leute zu k\u00e4mpfen, wie es in Donezk und Lugansk geschehen ist.<\/p>\n<p>Wenn \u201eAnarcho-Putinist*innen\u201c unseren Antimilitarismus angreifen, propagieren sie die Agenda der Neutralit\u00e4t, oder genauer gesagt, der Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber dem Krieg, und rufen die Aktivist*innen, die den unterdr\u00fcckten Menschen in der Ukraine helfen und sich mit ihnen solidarisieren k\u00f6nnen, zur Gleichg\u00fcltigkeit und Neutralit\u00e4t auf.<\/p>\n<p>Als Antimilitarist*innen werden wir niemals neutral oder gleichg\u00fcltig sein. Wir werden das ukrainische Volk weiterhin in seinem Kampf f\u00fcr Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit unterst\u00fctzen und das russische Volk ermutigen, gegen seinen repressiven imperialistischen Staat zu k\u00e4mpfen!\u201c<\/p>\n<hr \/>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-246\" src=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/files\/2024\/08\/image-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/files\/2024\/08\/image-300x225.jpg 300w, https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/files\/2024\/08\/image.jpg 720w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>(Das Flugblatt auf einem B\u00fcchertisch w\u00e4hrend der Buchmesse in Prague, unten mittig.)<\/p>\n<hr \/>\n<p>Wir beschweren uns nicht \u00fcber die Angriffe, L\u00fcgen und verdrehten Anschuldigungen all dieser falschen \u201eAnarchisten und Anarchistinnen\u201c, keineswegs, alle Menschen sollten sich ihrer dreckigen Methoden bewusst sein und diese Gruppen und Menschen lassen auch nichts aus, um ihre konterrevolution\u00e4ren Ziele zu erreichen, nein, was wir eher bedauern ist, dass obwohl klar war, dass Angriffe stattfinden w\u00fcrden, von den Organisierenden keine ausreichenden Ma\u00dfnahmen dagegen, also Absicherungen, unternommen wurden. Der Kongress stand auf wackeligen F\u00fc\u00dfen und wenig war notwendig, um ihn komplett zu sabotieren.<\/p>\n<p><strong>Eine Reflexion \u2013 unsere Kritik und wie geht es weiter<\/strong><\/p>\n<p>Trotz aller Angriffe von und innen und von au\u00dfen kann klar gesagt werden, dass die Leute vor Ort komplett, verst\u00e4ndlich, \u00fcberfordert waren und man kann klar die Frage stellen, ob sie sich nicht nur \u00fcbernommen, sondern auch die Lage aufgrund der permanenten Angriffe \u00fcbersch\u00e4tzt haben. Wir loben ihren Elan trotz aller Widrigkeiten, komme was wolle, trotzdem versucht zu haben dieses Treffen stattfinden zu lassen, aber es war gerade aufgrund dieser permanenten Angriffe anscheinend eine Fehleinsch\u00e4tzung. Zu wenige Leute konnten erstens nicht nur alles nicht stemmen, sondern auch, wie wir gesehen haben, f\u00fchrten die Ereignisse zu einem eigentlichen <em>nicht-<\/em>stattfinden des Kongresses. Und trotzdem haben einige Gruppen alle Steine, die es zu drehen gab, gedreht damit das Treffen nicht nur am Samstag, sondern auch am Sonntag stattfinden konnte. Nicht nur der Aufwand war gro\u00df, sondern auch die Kosten waren daf\u00fcr sehr gro\u00df. Das, was f\u00fcr eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit gehalten wird, aber wir wissen sehr genau, dass es nicht so ist, weil sehr wenige Gruppen und Individuen sich heutzutage so verhalten.<\/p>\n<p>Wir d\u00fcrfen aber auch nicht vergessen, dass aufgrund der Anwesenheit einiger nicht erw\u00fcnschter Gruppen, unter anderem die IKT und die IKS, auch wenn alles mit den R\u00e4umlichkeiten geklappt h\u00e4tte, das Treffen nicht besser gewesen w\u00e4re. Es w\u00e4re nur anders verlaufen. Wir h\u00e4tten bis zum Umfallen auch \u00fcber die Zimmerwald Konferenz diskutiert und ob wir nun die Erben sind oder nicht. Was uns angeht, sagen wir da klar nein.<\/p>\n<p>Daher sind wir der Meinung, dass vom ersten Moment die Organisierenden ehrlicher h\u00e4tten sein sollen, dass sie eben alleine nicht so viel auf die Beine stellen konnten und das, was sie auf die Beine stellten, stand auf wackeligen F\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Trotz des bitteren Nachgeschmacks dieses Wochenendes sollte dies aber dazu f\u00fchren, dass solche Anstrengungen um sich zu Treffen, um kollektiv Aktionen, K\u00e4mpfe und Kampagnen gegen den Frieden und den Krieg des Kapitalismus zu organisieren, um zu diskutieren, um eine Kampfgemeinschaft aufzubauen gemacht werden m\u00fcssen. Denn der Versuch kollektiv und international eine Kampfgemeinschaft aufzubauen, die ein gemeinsames revolution\u00e4res und anarchistisches Programm verteidigt und unterst\u00fctzt, ist immer noch notwendig und wichtig. Das Programm der Anarchie ist klar, eine Gesellschaft frei von Klassen, Lohnarbeit, Nationen, Staaten, Grenzen, Wert, Armeen, Polizei, Kn\u00e4ste, Patriarchat, Rassismus, Geld, Schulen, Religionen, Kriegen, Zerst\u00f6rung der Natur und anderer Spezies\u2026.<\/p>\n<p>Wir freuen uns, dass wir trotz alledem da waren.<\/p>\n<p><strong>Unser allerliebster Investigativreporter Peter Nowak<\/strong><\/p>\n<p>Peter Nowak, der nicht nur nicht in Prag auf dem Kongress war, hatte zwei Artikel \u00fcber das Treffen geschrieben, die g\u00e4nzlich falsch sind. Wir verstehen nicht, wie man so was ruhigen Gewissens machen kann, er hat, ob gezielt oder nicht, falsche Informationen ver\u00f6ffentlicht und verbreitet, wie zum Beispiel:<\/p>\n<p>\u201eDa w\u00e4ren Kontakte und interessante Diskussionen sicher garantiert gewesen. Doch die Repression verhinderte das. Denn die Schulleitung k\u00fcndigte die bereits im Februar 2024 angemieteten R\u00e4ume f\u00fcr den Antikriegskongress wenige Stunden vor dem geplanten Auftakt. Nach einiger Verwirrung fanden sich dann neue R\u00e4ume viele Kilometer entfernt. Manche Teilnehmer:innen wurden \u00fcber den erzwungenen Ortswechsel des Kongresses zu sp\u00e4t informiert. Etwas erstaunlich war, dass diese massive Einschr\u00e4nkung des Antikriegskongresses und damit einer Veranstaltung der antiautorit\u00e4ren Linken auf den anarchistischen Buchtagen nicht thematisiert und verurteilt wurde. Selbst von einer Protestresolution war nichts zu h\u00f6ren, geschweige von anderen Aktionen.\u201c <a href=\"https:\/\/direkteaktion.org\/gegen-staat-kapital-und-militaer-in-prag\/\">Gegen Staat, Kapital und Milit\u00e4r in Prag<\/a><\/p>\n<p>Oder wie im <a>Artikel <\/a><a>Prager Zimmerwald Konferenz: Gedanken zur antimilit\u00e4rischen Aktionswoche Gegen alle Querfronten, ob f\u00fcr den kapitalistischen Frieden oder den kapitalistischen Krieg<\/a> es f\u00fcr ihn auch wichtiger ist \u00fcber die Zimmerwald Konferenz zu reden.<\/p>\n<p>Dazu nur ein paar W\u00f6rter f\u00fcr diejenigen, die es immer noch nicht verstanden haben, die Zimmerwald Konferenz 1915 war weder revolution\u00e4r noch sonst was, dort traf sich der j\u00e4mmerliche Rest der II. Internationalen, der nicht den Kriegstrommeln der L\u00e4ndern, die sie entweder regierten oder zu regieren anstrebten, gefolgt sind. Was die Mehrheit der Anwesenden der Konferenz damals aber wollte, war ein Friedensabkommen zwischen allen Kriegsparteien. Es wurde f\u00fcr den kapitalistischen Frieden pl\u00e4diert. Wir wissen daher nicht, was an dieser Konferenz so aufregendes sein soll. Aber die Auseinandersetzung mit dieser w\u00e4re ein Text f\u00fcr sich.<\/p>\n<p>Ach ja, es scheint niemandem aufgefallen zu sein, uns auch nicht, die Anarchistische Buchmesse Berlin-Kreuzberg wird exakt an denselben Tagen wie die Zimmerwald Konferenz stattfinden, n\u00e4mlich vom 05. bis zum 08. September, nur halt 109 Jahre sp\u00e4ter und inhaltlich komplett antagonistisch.<\/p>\n<p><strong>Als letztes<\/strong><\/p>\n<p>Zuletzt, nur als Erinnerung, es ist nicht das erste Mal das \u201eAnarchistinnen und Anarchisten\u201c zum Krieg aufrufen, denn schon im Ersten Weltkrieg riefen Kropotkin und weitere dazu auf gegen den Imperialismus des Deutschen Kaiserreichs zu k\u00e4mpfen, obwohl sie nicht geleugnet haben, dass Frankreich, das Britische Empire oder das Russische Zarenreich imperialistische M\u00e4chte gewesen w\u00e4ren, wie es die \u201eAnarcho-Militaristen\u201c, die \u201eNATO-Anarchisten\u201c usw., tun.<\/p>\n<p>Daher hier ein paar Zeilen von einer Gruppe von anarchistischen Kommunistinnen und Kommunisten aus dem damaligen Russischen Zarenreich, die im Exil in der Schweiz sich dazu \u00e4u\u00dferten und die an ihrer Aussagekraft nichts verloren haben:<\/p>\n<p>\u201eUnd nach all dem bezeichnen sich Kropotkin und die anderen Autoren des Manifests immer noch als Anarchisten und Antimilitaristen! Diejenigen, die das Volk zum Krieg auffordern, k\u00f6nnen weder Anarchisten noch Antimilitaristen sein.<\/p>\n<p>Sie verteidigen eine Sache, die den Arbeitern fremd ist. Sie wollen die Arbeiter nicht im Namen ihrer Emanzipation an die Front schicken, sondern zum Ruhme des fortschrittlichen nationalen Kapitalismus und des Staates. Sie m\u00f6chten den Geist der Anarchie zerst\u00f6ren und seine \u00dcberreste den Dienern des Militarismus \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Wir bleiben jedoch auf unserem Posten. Wir fordern die Arbeiter der Welt auf, ihre \u00e4rgsten Feinde anzugreifen, wer auch immer ihre Anf\u00fchrer sein m\u00f6gen \u2013 der Kaiser von Deutschland oder der t\u00fcrkische Sultan, der russische Zar oder der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident. Wir wissen, dass Demokratie und Autokratie einander in nichts nachstehen, wenn es darum geht, den Willen und das Gewissen der Arbeiter zu korrumpieren. Wir machen keinen Unterschied zwischen akzeptablen und inakzeptablen Kriegen. F\u00fcr uns gibt es nur eine Art von Krieg, den sozialen Krieg gegen den Kapitalismus und seine Verfechter. Und wir wiederholen unsere Slogans, die die Verfasser des sch\u00e4ndlichen Manifests verleugnet haben: Nieder mit dem Krieg!<\/p>\n<p>Nieder mit der Macht der Autorit\u00e4t und des Kapitals! Es lebe die Bruderschaft des freien Volkes!<\/p>\n<p>Gruppe der kommunistischen Anarchisten von Genf\u201c (Otvet, in \u201ePut\u2019k Svobode\u201c, Genf, Mai 1917, S. 10-11)<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"https:\/\/panopticon.noblogs.org\/post\/2024\/08\/02\/ueber-ein-antimilitaristisches-treffen-in-prag-im-mai-2024-die-action-week\/#sdfootnote1anc\">1<\/a>\u201eMisinformation has begun to appear on the internet that the bookfair will be starting on 20th of May and that it is part of some sort of Days of Action \u201eTogether Against Capitalist Wars and Capitalist Peace.\u201c It is not part of them and it will not be. We don\u2019t know who wrote the text, who is organising the event, who is circulating it on the internet, we have not been contacted to participate in the event and to contribute to the text of the call. We have no confidence in this action.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/panopticon.noblogs.org\/post\/2024\/08\/02\/ueber-ein-antimilitaristisches-treffen-in-prag-im-mai-2024-die-action-week\/#sdfootnote2anc\">2<\/a>Zwei Beispiele: <a href=\"https:\/\/www.afed.cz\/text\/7872\/propadaji-anarchiste-valecne-horecce\">https:\/\/www.afed.cz\/text\/7872\/propadaji-anarchiste-valecne-horecce<\/a> <a href=\"https:\/\/www.afed.cz\/text\/7947\/anarchiste-podporuji-pravo-ukrajiny-na-sebeurceni\">https:\/\/www.afed.cz\/text\/7947\/anarchiste-podporuji-pravo-ukrajiny-na-sebeurceni<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/panopticon.noblogs.org\/post\/2024\/08\/02\/ueber-ein-antimilitaristisches-treffen-in-prag-im-mai-2024-die-action-week\/#sdfootnote3anc\">3<\/a><a href=\"https:\/\/panopticon.noblogs.org\/post\/2023\/06\/02\/tridni-valka-und-antimilitaristische-initiative-was-gibt-es-neues-im-anarchismus-nationale-selbstbestimmung-und-die-uebereinstimmung-von-interessen-mit-dem-kapital\/\">(Tridni Valka und Antimilitaristische Initiative) Was gibt es Neues im \u201eAnarchismus\u201c? Nationale Selbstbestimmung und die \u00dcbereinstimmung von Interessen mit dem Kapital?!<\/a> <a href=\"https:\/\/panopticon.noblogs.org\/post\/2024\/06\/11\/ami-die-linke-des-kapitals-sabotiert-die-anarchistische-bewegung-wehren-wir-uns\/\">(AMI) Die Linke des Kapitals sabotiert die anarchistische Bewegung: Wehren wir uns!<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/panopticon.noblogs.org\/post\/2024\/08\/02\/ueber-ein-antimilitaristisches-treffen-in-prag-im-mai-2024-die-action-week\/#sdfootnote4anc\">4<\/a><strong><a href=\"https:\/\/actionweek.noblogs.org\/deutsch\/\">\u201eGemeinsam gegen kapitalistische Kriege und kapitalistischen Frieden\u201c.<\/a><\/strong> <strong><a href=\"https:\/\/actionweek.noblogs.org\/antikriegskongress-de\/\">ANTIKRIEGSKONGRESS \/ PRAG \/ 24. bis 26. Mai 2024 \/<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIch dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg, bis ich heraus fand, dass es welche gibt, die nicht hingehen m\u00fcssen.\u201c Erich Maria Remarque Seit dem Beginn des Einmarsches\/\u00dcberfalls der Russischen Streitkr\u00e4fte in der Ukraine haben sich viele Gruppen, Parteien, Organisationen, Initiativen, Individuen, ob formell oder informell \u2013 obwohl der Konflikt dort nicht seit 2022, &hellip; <a href=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=245\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u00dcber ein antimilitaristisches Treffen in Prag im Mai 2024, die Action Week<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19357,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-245","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-general"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/245","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/19357"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=245"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/245\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":247,"href":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/245\/revisions\/247"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=245"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=245"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=245"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}