{"id":60,"date":"2023-10-09T14:02:33","date_gmt":"2023-10-09T12:02:33","guid":{"rendered":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=60"},"modified":"2023-11-15T18:06:51","modified_gmt":"2023-11-15T17:06:51","slug":"anarchistische-buechermesse-berlin-kreuzberg-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=60","title":{"rendered":"Anarchistische B\u00fcchermesse Berlin-Kreuzberg 2024"},"content":{"rendered":"\r\n<p><strong>Anarchistische B\u00fcchermesse Berlin-Kreuzberg 2024<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir verk\u00fcnden mit gro\u00dfer Freude, dass vom 05. September bis zum 08. September 2024 im NewYorck im Bethanien 2 B, 10997 Berlin-Kreuzberg 36, eine anarchistische B\u00fcchermesse stattfinden wird. Das letzte Mal das in Berlin, unserer Kenntnis nach, so was stattfand, war im Jahr 2016, als die <em><a href=\"https:\/\/ausloeser.blackblogs.org\/\">Tage der anarchistischen Ideen und Publikationen<\/a> <\/em>stattfanden. Es sind nicht nur allzu viele Jahre seitdem vergangen, sondern \u00fcberhaupt ist es wichtig wieder in Berlin ein regelm\u00e4\u00dfig stattfindendes Ereignis zu organisieren, was die Verbreitung anarchistischer und revolution\u00e4rer Ideen angeht. Die B\u00fcchermesse soll also nicht als was ephemeres, sondern als ein kontinuierliches Ereignis verstanden werden, was jedes Jahr stattfinden soll. Seit Anfang der 2010er trugen anarchistische B\u00fcchermessen in ganz Europa, von der iberischen Halbinsel bis zum Balkan, zu einen mehr als willkommen zu hei\u00dfenden Wiederbeleben anarchistischer Ideen und Praxen bei. Nicht nur die Verbindung und Bezugnahme zwischen Gef\u00e4hrtinnen und Gef\u00e4hrten entlang des ganzen Globus war die Folge, sondern auch eine Internationalisierung von Debatten. Und dies wollen auch wir mit dieser B\u00fcchermesse erreichen.<!--more--><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Es gibt viele Gr\u00fcnde um in Berlin und sonst wo anarchistische B\u00fcchermessen zu machen, um anarchistischen B\u00fcchern, ergo anarchistischen Ideen, mehr Raum zu geben, aber ist es genau nur das, was wir wollen? Reicht es uns aus ein paar B\u00fcchertische hinzustellen, ein paar Lesungen zu B\u00fcchern zu halten, ein bisschen rumzuh\u00e4ngen? Nein es reicht nicht aus, denn was wir wollen, sind vor allem Debatten, die in der Praxis m\u00fcnden m\u00fcssen, zu intensivieren. B\u00fccher und s\u00e4mtliche schriftliche Erzeugnisse sind daher wichtige Vehikel, die uns alle verbinden k\u00f6nnen, dennoch sind B\u00fccher selbst nichts, es sind die Inhalte, die sie mittragen, die n\u00fctzlich sind, es ist die Praxis die eine reale Bewegung formt. Bei den Inhalten handelt es sich um alle m\u00f6glichen Themen und Fragen, die aber in einer Debatte, zur Diskussion stehen m\u00fcssen. Das Ziel dieser Debatte, dieser Diskussionen, die wir hier und auf der ganzen Welt f\u00fchren m\u00fcssen, verfolgt nur ein Ziel, n\u00e4mlich der Welt des Kapitalismus ein Ende zu setzen, diese aus ihren Fugen herauszuheben. Dies geschieht mittels der Praxis des Aufstandes, des Klassenkrieges, des sozialen Krieges um in einer weltweiten sozialen Revolution zu m\u00fcnden. Also die intensive Debatte unter Anarchistinnen, Anarchisten und s\u00e4mtlichen Revolution\u00e4ren, die dem Staat-Nation, dem Kapital, dem Patriarchat ein sofortiges Ende bringen werden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir werden daher zus\u00e4tzlich zu der Notwendigkeit spezifische Debatten zu intensivieren, auch inhaltliche Schwerpunkte f\u00fcr die B\u00fcchermesse haben.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>\u2013 Die Haltung zum Krieg (in der Ukraine und sonstwo)<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>\u2013 Die Auseinandersetzung mit den Thema Nationalismus-Nation-Volk-Staat, die nicht voneinander zu trennen sind.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>\u2013 Die Verbreitung anarchistischer und revolution\u00e4rer Ideen via B\u00fccher, Propaganda, Praxis, etc.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Man k\u00f6nnte ja denken, dass die anarchistische Bewegung in vielen Fragen schon zu einer koh\u00e4renten Antwort\/Haltung gekommen sei, aber wie der Spruch unter einigen Anarchistinnen und Anarchisten zu sagen vermag, es gibt nichts radikaleres als die Realit\u00e4t und dies ist wieder zum Ausdruck gekommen. Ein sehr missverstandener Spruch, denn nach wie vor stellen sich vermeintliche Anarchistinnen und Anarchisten auf die Seite des Staates-Nation, sind ja einige, den sie angeblich zu bek\u00e4mpfen meinen. Wor\u00fcber reden wir gerade? Meinen wir Katalonien, Kurdistan, die Mapuche, Pal\u00e4stina, Ukraine oder so viele andere vergangene und gegenw\u00e4rtige Beispiele? Reden wir \u00fcber die Teilnahme an Wahlen, die Unterst\u00fctzung von Parteien, den Schutz der Demokratie (ergo des kapitalistischen Staates), das Legitimieren des Gewaltmonopols, oder alles zugleich? Dies konnten wir auch in Bezug zum Corona-Virus sehen, nicht nur in welche \u201eOhnmacht\u201c eine anarchistische Bewegung zu verfallen in der Lage ist, sondern mit was f\u00fcr einem Impetus sie in der Lage ist f\u00fcr die Legitimierung des Staates zu sein. Aber was kann all dies noch mit Anarchismus, noch mit einer anarchistischen Bewegung zu tun haben? Ganz einfach, gar nichts.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Aber worauf wollen wir mit all dem denn hinaus, was hat dies apropos mit dem oben erw\u00e4hnten Spruch an sich und was hat dies mit dieser Anarchistischen B\u00fcchermesse zu tun? Ganz einfach, die Realit\u00e4t holt immer alle ein, die sich ihrer Sache nicht im Klaren sind, was dazu f\u00fchrt, dass sie Positionen verteidigen, die eigentlich nicht die ihren sind. Das sehen wir in den oben erw\u00e4hnten Beispielen am besten. Die Realit\u00e4t holt alle ein, die meinen so unglaublich radikal zu sein, wo sie doch ihre Positionen nur auf Idealismus und Sand aufgebaut haben und was daraus resultiert, sind Positionen und Haltungen die nur dem Reformismus und der Konterrevolution dienen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Dies f\u00fchrt uns zur Notwendigkeit von Debatten die in Praxis m\u00fcnden m\u00fcssen um die Verwirrung des gegenw\u00e4rtigen Moments aufzuheben.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Daher sollen die Schwerpunkte der B\u00fcchermesse auch den Fragen zum Krieg im Allgemeinen und zu spezifischen Kriegen, gegenw\u00e4rtigen wie historischen, sein und alles, warum diese dem kapitalistischen Staat-Nation inh\u00e4rent sind, warum unser Verh\u00e4ltnis dazu nur der einer unvers\u00f6hnlichen Feindschaft ist. Also nicht nur die Agitation, die Propaganda, sondern inhaltliche Positionen sind von immenser Bedeutung und Notwendigkeit. Was bedeutet es f\u00fcr die anarchistische Bewegung, beziehungsweise was sagt es \u00fcber diese aus, wenn sich Menschen, die sich selbst als Anarchistinnen und Anarchisten bezeichnen, an innerbourgeoise Kriegen zwischen den verschiedenen Fraktionen des Kapitalismus beteiligen? Ist das noch Anarchismus oder revolution\u00e4r? Und welche Optionen haben wir, um in Kriegen noch revolution\u00e4r handeln zu k\u00f6nnen? Und sicherlich tausend Fragen mehr, die in diesem Zusammenhang eine Rolle spielten und immer noch spielen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Daher um \u00fcber diese Fragen sowie viele andere, zu diskutieren, laden wir alle, die die Notwendigkeit haben diese Themen anzugehen, f\u00fcr die Anarchistische B\u00fcchermesse vom 05. September bis zum 08. September 2024 in Berlin-Kreuzberg ein.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Der Charakter der B\u00fcchermesse soll auch zudem international und internationalistisch sein und der Aufruf auf allen m\u00f6glichen Sprachen ver\u00f6ffentlicht werden, denn der Bezug unter Anarchistinnen, Anarchisten und s\u00e4mtlichen Revolution\u00e4ren muss gest\u00e4rkt werden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Solltest du einen Infotisch machen wollen, solltest du eine Diskussion einleiten wollen, melde dich hier: <a href=\"mailto:abmb@riseup.net\">abmb@riseup.net<\/a>, weitere Infos auf anarchistischebuechermesse.noblogs.org<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Agitation, Aufstand, Anarchie!<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\r\n\r\n\r\n<p><strong>Anhang<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir werden im Verlauf der n\u00e4chsten Monate, bis zum Beginn der B\u00fcchermesse, mehrere Texte ver\u00f6ffentlichen, die den Debatten auf dieser dienlich sein werden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Bis jetzt handelt es sich um drei Texte, eins von der anarchistischen Publikation <em>Black Flag \u2013 <\/em><em>Bulletin of the Anarchist Black Cross<\/em> die 1968 gegr\u00fcndet wurde und zwei Texte aus Argentinien vom anarchistischen Verlag <em>expandiendo la revuelta.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Der Text von<em> Black Flag <\/em>aus dem Jahr 1968 besch\u00e4ftigt sich mit dem Ph\u00e4nomen des Reformismus innerhalb der anarchistischen Bewegung und die beiden Texte von<em> expandiendo la revuelta <\/em>zu der Frage zu anarchistischen B\u00fcchern sehr interessante kritische Dinge gesagt haben. Wir finden ihre Positionen so interessant und wichtig, so dass wir diese angesichts des Verbreitens von Publikationen\/B\u00fccher\/usw. als eine wichtige Vorlage f\u00fcr eine Debatte diesbez\u00fcglich verwenden, bzw., auslegen und pr\u00e4sentieren, was f\u00fcr die B\u00fcchermesse von gro\u00dfer Bedeutung in Form eines Beitrages ist.<\/p>\r\n\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\r\n\r\n\r\n<p><em>Text von <a href=\"https:\/\/www.katesharpleylibrary.net\/5x6bxp\">Black Flag<\/a>, die \u00dcbersetzung ist von uns. <\/em><em>Alle Ausgaben <\/em><em>ihrer Publikation<\/em><em> <a href=\"https:\/\/libcom.org\/article\/black-flag-magazine\">hier<\/a> zu finden.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Black Flag<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Erkl\u00e4rung der Black Flag Group f\u00fcr die Liverpooler Konferenz der Anarchist Federation of Britain, September 1968<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Der Anarchismus ist eine revolution\u00e4re Methode, um eine freie, gewaltfreie Gesellschaft ohne Klassenunterschiede und ohne Autorit\u00e4t zu erreichen. Ob dies eine \u201eutopische\u201c Errungenschaft ist oder nicht, ist unerheblich; der Anarchist oder die Anarchistin ist nach einer normalen Definition jemand, der oder die dieses Ziel vor Augen hat, sich von autorit\u00e4ren Strukturen befreit und auf eine solche Gesellschaft zusteuert, indem er oder sie die Menschen vom Staat unabh\u00e4ngig macht und den Klassenkampf intensiviert, damit die Mittel der \u00f6konomischen Ausbeutung geschw\u00e4cht und zerst\u00f6rt werden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Verwirrung<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Anarchismus und Liberalismus sollten nicht miteinander verwechselt werden, auch wenn letzterer militant ist (z. B. bei nationalen Befreiungsbewegungen). Der Liberale sucht die Freiheit innerhalb der Gesellschaftsstruktur, in der er sich befindet; er lehnt die Methoden des Klassenkampfes ab, die sich auf die \u00f6konomische Spaltung der Gesellschaft beziehen. Da es jedoch eine solche Verwirrung gibt, stellen wir fest, dass es mittlerweile ZWEI gegens\u00e4tzliche Auffassungen von Anarchismus gibt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Es gibt nicht \u201eso viele Konzepte wie Anarchistinnen und Anarchisten\u201c und auch nicht \u201etausend Fragmente\u201c, aber es gibt ZWEI, die wahrscheinlich beide auf dieser Konferenz vertreten sind. Die eine, die wir unterst\u00fctzen und der wir als Organisation Koh\u00e4renz verleihen wollen, ist das, was wir als revolution\u00e4ren Anarchismus bezeichnen (obwohl Anarchismus eine solche Qualifizierung nicht n\u00f6tig haben sollte), der besagt, dass es keinen Kompromiss mit dem Staat geben kann, dass es einen Klassenkampf gibt und dass es nichts zu gewinnen gibt, wenn man sich der Klassengesellschaft anpasst. Es kann nur eine Revolution geben, auf den Stra\u00dfen und in den Fabriken. Die andere Auffassung bezeichnen wir als liberalen Anarchismus (auch wenn er sich selbst als revolution\u00e4r betrachtet, w\u00e4hrend er das Wort normalerweise eher verh\u00f6hnt), der versucht, sich an die heutige Gesellschaft anzupassen, ohne den Staat st\u00fcrzen zu m\u00fcssen (was als unwahrscheinlich gilt). Eine solche Anpassung kann nat\u00fcrlich an den Kapitalismus oder sogar an den Staatskommunismus erfolgen; und es gibt viele verschiedene M\u00f6glichkeiten, wie sie aussehen k\u00f6nnte.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Friedensbewegung<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Hierzulande sind solche sozialliberalen Ideen vor allem \u00fcber die Friedensbewegung in die anarchistische Bewegung gekommen, die bestimmte anarchistische Grundkonzepte in Frage gestellt oder vielleicht nie verstanden hat. Damit wollen wir nicht bestreiten, dass Pazifisten Anarchisten und Anarchistinnen sein k\u00f6nnen (auch wenn wir sie aus Gr\u00fcnden einer koh\u00e4renten Aktion aus unserer eigenen Gruppe ausschlie\u00dfen w\u00fcrden). Solange ihr Standpunkt nicht zur Hauptstr\u00f6mung wird, k\u00f6nnen wir ohne Zweifel mit ihnen innerhalb der AFB zusammenarbeiten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir halten das Prinzip des Pazifismus f\u00fcr irrelevant und im Gro\u00dfen und Ganzen f\u00fcr unanarchistisch (ebenso wie einen Kult um M\u00e4\u00dfigung oder Vegetarismus oder das Kiffen oder den \u201eAusstieg\u201c (A.d.\u00dc., aus der Gesellschaft) zu machen \u2013 das sind alles Angelegenheiten, die pers\u00f6nliche Entscheidungen betreffen und die zwar oft von den wichtigsten sozialen Fragen ablenken, aber nur dann absurd werden, wenn sie zu einem Kult gemacht werden, dem alle folgen sollen, und wenn sie zur wichtigsten sozialen Frage unter uns und in der Gesellschaft als Ganzes erhoben werden, w\u00e4hrend Themen wie der Klassenkampf in den Hintergrund treten oder ignoriert werden). Das Problem, mit dem wir auf dieser Konferenz konfrontiert sind, ist jedoch NICHT der Pazifismus an sich, sondern die Tatsache, dass er die T\u00fcr f\u00fcr so viele liberale Annahmen ge\u00f6ffnet hat. Zum Beispiel, dass Gef\u00e4ngnisse reformiert werden k\u00f6nnen und nicht abgeschafft werden d\u00fcrfen (Vine<a href=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=60#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a>; Willis); dass wir so weit gehen sollten, Geld f\u00fcr Polizisten zu sammeln, die bei Demonstrationen verletzt werden (Featherstone)<a href=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=60#sdfootnote2sym\"><sup>2<\/sup><\/a>; dass die Polizei eine notwendige Kr\u00fccke f\u00fcr die Gesellschaft ist (Rooum)<a href=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=60#sdfootnote3sym\"><sup>3<\/sup><\/a>; dass Kriminelle die einzigen freien Menschen sind, aber dass wir die Dienste der Polizei in Anspruch nehmen sollten, wenn es n\u00f6tig ist (Schweitzer-Mariconi)<a href=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=60#sdfootnote4sym\"><sup>4<\/sup><\/a>.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Liberalismus<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Sobald man akzeptiert, dass \u201eder Anarchismus mit der heutigen Gesellschaft in Verbindung gebracht werden muss\u201c, also mit dem Kapitalismus ([Colin] Ward), kann man die Beteiligung an der Verwaltung akzeptieren (Topham bis Ostergaard)<a href=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=60#sdfootnote5sym\"><sup>5<\/sup><\/a>; oder die Notwendigkeit psychologischer und soziologischer Anpassungen an das Leben im erbarmungslosen Konkurrenzkampf (various, Anarchy); oder dass Steuern notwendig sind, um den \u00e4rmeren Klassen zu helfen ([Vernon] Richards); oder dass wir uns lediglich in einem Zustand des permanenten Protests gegen Missst\u00e4nde in der Gesellschaft befinden m\u00fcssen (Sydney Libertarians); uns an gewaltfreie Methoden anpassen m\u00fcssen (Peace News) oder an autorit\u00e4re K\u00f6rperschaften wie die katholische Kirche ([Ammon] Hennacy) oder sogar unseren Frieden im kommunistischen Staat machen m\u00fcssen (Jeff Robinson)<a href=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=60#sdfootnote6sym\"><sup>6<\/sup><\/a>.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ein so verw\u00e4sserter Anarchismus kann von der Monarchie anerkannt werden ([Sir Herbert] Read) oder mit dem W\u00e4hlen der Labour Party vereinbar sein ([George] Melly); oder er kann auf einen blo\u00dfen imagin\u00e4ren Denkprozess reduziert werden, der zu einer intellektuellen Erl\u00f6sung f\u00fchrt (various, Minus One)<a href=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=60#sdfootnote7sym\"><sup>7<\/sup><\/a>. Diejenigen, die das revolution\u00e4re Konzept ablehnen, k\u00f6nnen verschiedene Ansichten haben, die von einer Ablehnung der zeitgen\u00f6ssischen Werte und einem blo\u00dfen Ignorieren des Staates in der Hoffnung, dass er verschwindet (Hippies, Diggers) bis hin zu einer bewussten Provokation des Staates reichen, damit er seine vollen repressiven Kr\u00e4fte einsetzt, ohne sich jedoch auf einen wirksamen Widerstand vorzubereiten (einige zumindest der Provo-Situationisten).<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir erkennen das, was wir als Liberalen Anarchismus bezeichnen, nicht als echten Anarchismus an, aber da es ihn gibt, sind wir gezwungen, uns als Revolution\u00e4re Anarchisten zu bezeichnen. Wir wissen nicht, inwieweit es in der AFB eine allgemeine \u00dcbereinstimmung mit uns gibt. Unser Ziel ist es, eine Mitgliederorganisation innerhalb der AFB und der lokalen Gruppen zu sein. Wenn wir andererseits den Gro\u00dfteil der Mitglieder der AFB vertreten, gibt es keinen Grund, warum die Organisation unser Programm nicht \u00fcbernehmen kann. Zumindest diejenigen, die die Kontroversen in der libert\u00e4ren Presse verfolgt haben, werden wissen, worum es in diesem Flugblatt geht. Diejenigen, die aufgrund ihrer heutigen Erfahrungen den Namen Anarchistin und Anarchist ablehnen, weil sie meinen, sie w\u00fcrden sich mit dem identifizieren, was wir hier Liberale Anarchistinnen und Anarchisten nennen, sind eingeladen, ihre Position zu \u00fcberdenken<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>International<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die internationale Situation \u00e4hnelt der britischen, nur dass dort die Tendenz, sich in den Rahmen der Gesellschaft einzuf\u00fcgen, von einem institutionalisierten Syndikalismus herr\u00fchrt oder die Exilbewegungen b\u00fcrokratisiert wurden. Darum ging es bei dem Zusammensto\u00df in Carrara<a href=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=60#sdfootnote8sym\"><sup>8<\/sup><\/a>. Aber es war auch ein Konflikt zwischen einer revolution\u00e4ren Politik und einer Politik des \u201eSich-Einf\u00fcgens\u201c. Unser Ziel ist es, ein revolution\u00e4res Programm zu erarbeiten, und zwar als Gruppe, die kein vorgefertigtes Programm zur Organisation der Arbeiterklasse hat, sondern das Prinzip der direkten Aktion akzeptiert und mit den Menschen auf der Grundlage ihrer \u00dcberzeugungen und Aktionen zusammenarbeitet und nicht auf der Grundlage der blo\u00dfen Etiketten, die sie sich selbst geben, wobei wir jedoch unsere eigene Identit\u00e4t bewahren.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>(Originalunterzeichner) A. Meltzer, Ross Flett, Adrian Derbyshire, Stuart Christie, Roger Sandell, Mike Walsh, Jim Duke, Ted Kavanagh<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir bitten um Kommentare zum Entwurf der \u201eAims &amp; Principles of Anarchism\u201c.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Herausgegeben von der BLACK FLAG GROUP, 735 Fulham Road, London, S.W.6.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die erste Konferenz der \u201eBlack Flag\u201c-Gruppe wird im Herbst in Brighton stattfinden. Diskussion \u00fcber die Gr\u00fcndung einer weiteren anarchistischen Zeitung.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wie aus dem Text hervorgeht, reagiert er auf verschiedene Auseinandersetzungen in der anarchistischen Presse, insbesondere in Freedom and Anarchy. Es ist mir nicht gelungen, alle Beteiligten zu identifizieren und alle Aussagen aufzusp\u00fcren. (A.d.\u00dc., der Text endet abrupt an dieser Stelle)<\/p>\r\n\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\r\n\r\n\r\n<p><em>Text von <a href=\"https:\/\/expandiendolarevuelta.noblogs.org\/files\/2021\/11\/Los-libros-anarquistas-lectura-online.pdf\">expandiendo la revuelta<\/a>, die \u00dcbersetzung ist von uns.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>DIE ANARCHISTISCHEN B\u00dcCHER SIND KEINE WERKZEUGE<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>TREFFEN VON ANARCHISTISCHEN BIBLIOTHEKEN AM SAMSTAG DEN 13.11.21.<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>B\u00fccher sind nicht n\u00fctzlich, sie sind keine Dienstleistungen, sie erf\u00fcllen keine Funktionen und schon gar nicht sind sie H\u00e4mmer oder Schraubenschl\u00fcssel zum \u00d6ffnen oder Schlie\u00dfen von Ideen. W\u00e4hrend es nicht viel braucht, um Literatur zu finden, die darauf abzielt, Regime durchzusetzen oder sie zu beseitigen, gibt es eine Vorstellung, die bei einigen Anarchistinnen und Anarchisten fest verwurzelt zu sein scheint: \u201eB\u00fccher sind Werkzeuge\u201c, sagen sie, und in der Tat mangelt es nicht an Dutzenden von Covern und Titeln, an denen dies deutlich wird, dass \u201eB\u00fccher an sich keinen Wert haben, aber wenn sich Ideen materialisieren\u201c, wiederholen sie und verbinden mit diesen Pr\u00e4missen die weit verbreitete Vorstellung, dass \u201ewir die Idee nicht von der Aktion trennen d\u00fcrfen\u201c.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Aber wovon reden wir, wenn wir an \u201eanarchistische B\u00fccher\u201c denken? Und was bedeutet es, Idee und Aktion zu vereinen? Denn offensichtlich k\u00f6nnen wir Ursula K. Le Guin, Mikhail Bakunin, die internationale Zeitschrift Kalinov Most oder ein auf einem Demonstrationszug gefundenes Pamphlet mit einem gezeichneten A, selbst wenn wir sie alle unter dem Label \u201eanarchistische Literatur\u201c zusammenfassen wollen, nicht reduzieren. Auf dieser Linie k\u00f6nnen wir \u00fcber die Intentionalit\u00e4t jedes Formats nachdenken, d.h. sowohl \u00fcber sein physisches Format als auch \u00fcber die Merkmale der Sprache, denn die Bindung eines Buches wie Kropotkins \u201eGegenseitige Hilfe\u201c ist nicht dasselbe wie der schnelle Druck von Flugbl\u00e4ttern vor einer Demonstration, die f\u00fcr eine bestimmte Zeit und einen bestimmten Ort bestimmt sind.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Doch um endlich \u00fcber anarchistische Literatur nachzudenken, m\u00fcssen wir uns zun\u00e4chst von der Vorstellung befreien, dass sie eng mit der \u201eAktion\u201c verkn\u00fcpft sein sollte, denn sonst w\u00fcrden wir ihre Besonderheit, d. h. ihre Tiefe, ihren Weg, ihre Besonderheiten und ihre St\u00e4rken ausl\u00f6schen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Deshalb haben wir uns die doppelte Aufgabe gestellt, die Behauptung zu pr\u00e4zisieren, dass unserer Meinung nach anarchistische B\u00fccher keine Werkzeuge sein k\u00f6nnen, und dann dar\u00fcber nachzudenken, was sie sind oder sein k\u00f6nnten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Um mit dem ersten Punkt zu beginnen, finden wir in dieser Behauptung eine utilitaristische Logik der Buchstaben in Bezug auf die militante Logik, die wir mit einem kurzen Rundgang von der Russischen Revolution \u00fcber die Spanische Revolution bis hin zu den politisch-milit\u00e4rischen Parteien der 1970er Jahre verorten k\u00f6nnen. Das hei\u00dft, dass die Literatur ebenso wie die Malerei, das Kino oder das Theater \u201eim Dienste der Revolution\u201c (oder in den meisten F\u00e4llen der Partei) stehen muss.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>In diesem Sinne rief ein ber\u00fchmtes Plakat aus Spanien 1936 aus: \u201eAnarchistische B\u00fccher sind Waffen gegen den Faschismus\u201c, obwohl dies eigentlich Teil der Propaganda des CNT-Sektors war, der beschloss, mit Republikanern und Sozialisten zu paktieren, um eine \u201eantifaschistische Front\u201c zu bilden, die mit der Militarisierung der autonomen Arbeiter*innenmilizen und anti-anarchistischen Repressionen endete. Was wir zumindest in diesem Fall behaupten wollen, ist, dass die utilitaristische Vision der \u201eanarchistischen B\u00fccher\u201c von der Logik des Krieges angetrieben wird, aber nicht des sozialen Krieges, sondern der Logik der formalen Armeen, des formalen Krieges und der Notwendigkeiten, die dies angeblich mit sich bringt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Eine der Rechtfertigungen, die wir in diesen F\u00e4llen finden, ist der Appell an die Dringlichkeit und die greifbar lauernde Gefahr durch den Feind auf der anderen Seite der Grenze. W\u00e4re es in diesem Zusammenhang nicht logisch, dass anarchistische B\u00fccher der Propagandaarbeit und der Rekrutierung untergeordnet werden sollten? Auch wenn diese Frage aus unserer Gegenwart heraus unpassend erscheint, kann sie uns helfen, \u00fcber diese extremen Momente nachzudenken. Im Gegensatz zu diesem Ansatz k\u00f6nnen wir einen deutlichen Unterschied zwischen dem, was anarchistische Literatur und Propaganda w\u00e4hrend der Spanischen Revolution (1936-1937) und w\u00e4hrend des B\u00fcrgerkriegs (1937-1939) war, feststellen. Zur Zeit der Revolution k\u00f6nnen wir Ausdrucksformen sehen, die nicht auf propagandistische Logiken reduziert wurden, sondern die aus ihren eigenen Sph\u00e4ren heraus versuchten, revolution\u00e4re Freiheit zu denken, zu teilen und zu propagieren, ein deutliches Beispiel f\u00fcr diesen Aspekt war der \u201eSindicato de la Industria del Espect\u00e1culo Films\u201c (SIE FILMS), der zwischen 36 und 37 etwa 30 Filme produzierte, deren Inhalt sich nicht nur auf die dokumentarische Erz\u00e4hlung beschr\u00e4nkte, sondern die meisten Werke im Bereich der Fiktion angesiedelt waren, d.h. es ging nicht nur darum, Kunst f\u00fcr die Revolution zu denken, sondern darum, dass die Revolution ihren eigenen k\u00fcnstlerischen Ausdruck fand.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wenn wir die Debatte auf die letzten Jahrzehnte zur\u00fcckf\u00fchren, ist es alarmierend oder zumindest auffallend, dass die Diskurse, die versuchen, den literarischen Ausdruck auf ein Werkzeug zu reduzieren, d.h. in den Dienst des \u201eIdeals\u201c oder eines gr\u00f6\u00dferen Ziels zu stellen, was auch immer das sein mag, dass diese Schlussfolgerung ihre Rechtfertigung in der Hierarchisierung der \u201eAktion\u201c hat, die, wenn sie fr\u00fcher in den Bed\u00fcrfnissen der revolution\u00e4ren Partei verk\u00f6rpert war, heute in der \u00dcberbewertung der zerst\u00f6rerischen Aktion oder der anarchischen Offensive bekr\u00e4ftigt wird.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir glauben zwar, dass diese Behauptung \u00e4u\u00dferst koh\u00e4rent und eine fast schon angeborene Reaktion auf unseren Alltag ist, der von der staatsb\u00fcrgerliche Befriedung der Sozialdemokratie, den unisono wiederholten Demonstrationen\/Prozessionen und den von verschiedenen Verlagen und Literaten vorgeschlagenen \u201ekritischen\u201c Debatten gepr\u00e4gt ist, die kaum mehr sind als dialektische Paraphernalien, die heraufbeschworen werden, um den Verkauf ihres n\u00e4chsten Buches zu positionieren oder die j\u00fcngste F\u00f6rderung des CONICET<a href=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=60#sdfootnote9sym\"><sup>9<\/sup><\/a> zu rechtfertigen. Aber da wir in dieser Position waren und angesichts der ohrenbet\u00e4ubenden Wiederholung von leeren Phrasen der Demokratie immer wieder destruktive Aktionen bekr\u00e4ftigen, wissen wir auch, dass Aktionen ihre eigene Logik, ihre eigenen Formen und Bed\u00fcrfnisse haben, die oft nicht mit den M\u00f6glichkeiten von Worten \u00fcbereinstimmen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Du kannst von einem Buch nicht verlangen, dass es sich in eine Aktion verwandelt, genauso wie die st\u00e4ndige Wiederholung der Worte \u201eFeuer\u201c und \u201eSchie\u00dfpulver\u201c in unseren Publikationen nicht bedeutet, dass sie tats\u00e4chlich greifbar werden k\u00f6nnen, und du k\u00f6nntest uns fragen, ob Buchstaben nicht als Agitation funktionieren k\u00f6nnen? Ja, das k\u00f6nnen sie, aber wenn sie sich vorher von dem leiten lassen, was sie \u201esein sollten\u201c, werden sie am Ende zu einer Karikatur ihrer selbst. Wenn die Literatur ihre Besonderheit verliert, haben wir es mit einem Sammelsurium von Gemeinpl\u00e4tzen und individuellen Bekr\u00e4ftigungen zu tun, die am Ende nicht \u00fcber sich hinauswachsen. An diesem Punkt verlangen wir von den W\u00f6rtern, etwas zu sein, was sie nicht sind, n\u00e4mlich funktional zu sein, in der Hoffnung, dass die Tatsache, dass wir S\u00e4tze wie \u201ebewaffne deine Affinit\u00e4tsgruppe\u201c schreiben, bei den Leser*innen wirklich eine Gegenseitigkeit hervorruft, w\u00e4hrend dies in Wirklichkeit die prim\u00e4re Aufgabe der direkten Kommunikation, der Schaffung von Begegnungsr\u00e4umen und der Vertiefung von Ideen sein sollte, und in jedem Fall k\u00f6nnte die literarische Reflexion \u00fcber die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Gruppen nachdenken, \u00fcber die sozialen und politischen Merkmale, in die sie eingebunden sind, \u00fcber die Art und Weise, wie sie funktionieren k\u00f6nnten, usw. usw.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Nach dieser kritischen und vergleichenden Sichtweise k\u00f6nnen wir in die Vergangenheit zur\u00fcckgehen und an die \u201eklassischen\u201c anarchistischen Zeitungen denken, die wir zwischen 1898 und 1930 in Buenos Aires geordert haben. Dort reichten die Genres und literarischen Themen von propagandistischen und pamphletartigen Artikeln \u00fcber Theaterst\u00fccke, Lieder, Ausz\u00fcge aus Erz\u00e4hlungen und Romanen bis hin zu Artikeln \u00fcber Philosophie, Geschichte oder Astronomie, um nur einige Beispiele zu nennen. Diese f\u00fcr die verschiedenen Tendenzen typischen Merkmale zeigen uns deutlich die ganzheitliche Vision des anarchistischen Projekts, bei dem die Arbeit der Agitation nur einen kleinen Teil ausmachte, und gleichzeitig zu sehen, dass diejenigen, die im Laufe der Zeit Bestand hatten, ihre Kraft in der Reflexion, in der literarischen Suche selbst fanden, unabh\u00e4ngig von dem Genre, in dem sie angesiedelt sind, und die jesuitische Wiederholung des Anarchismus vermeiden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Eine weitere Unterstellung, die wir h\u00e4ufig finden, wenn wir Kritiken h\u00f6ren, die von der falschen Dichotomie zwischen \u201eSchreiben\u201c und \u201eHandeln\u201c ausgehen, ist die Vorstellung, dass Literatur an sich eine Art petite bourgeoises Vergn\u00fcgen bedeutet, eine Logik, die eindeutig vom Marxismus-Leninismus und seiner ber\u00fchmten Kritik an der \u201eKinderkrankheit der Linken\u201c beeinflusst ist, in der es hei\u00dft: \u201eDer durch die Schrecken des Kapitalismus \u201ewild gewordene\u201c Kleinb\u00fcrger ist eine soziale Erscheinung, die ebenso wie der Anarchismus allen kapitalistischen L\u00e4ndern eigen ist. Die Unbest\u00e4ndigleit dieses Revolutionarismus, seine Unfruchtbarkeit, seine Eigenschaft, schnell in Unterw\u00fcrfigkeit, Apathie und Phantasterei umzuschlagen, ja sich von dieser oder jener b\u00fcrgerlichen Modestr\u00f6mung bis zur \u201eTollheit\u201c fortrei\u00dfen zu lassen \u2013 all das ist allgemein bekannt.\u201c. So sehen wir, wie leider die konservativen Ideen des ruchlosen Leninismus in anarchistische Konzepte einflie\u00dfen und die Tatsache unsichtbar machen, dass unser Freiheitsbegriff \u00fcber die klassistische und parteiische Vision des Bolschewismus hinausgeht und ihr direkt gegen\u00fcbersteht.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wenn der Anarchismus uns daran hindert, uns hinzusetzen, um die Bewegung der Sterne zu beobachten, \u00fcber unsere Sexualit\u00e4t zu schreiben, \u00fcber die Eigenschaften der Musik oder der menschlichen Natur nachzudenken, wenn er sich nicht der Zerst\u00f6rung und dem Wiederaufbau dieser Welt widmet und unsere eigenen Vorstellungen vom Dasein, von Literatur, Theater oder Kino erreicht, wird er nur zu einer Selbstbehauptung, die aus Angst vor dem, was hinter dem ideologischen Schema steckt, nicht aufh\u00f6rt, Nabelschau zu betreiben.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir k\u00f6nnten uns also fragen: Kann ein Buch anarchistisch sein? Selbst wenn es auf jeder Seite \u201eEs lebe die Anarchie\u201c wiederholt, was ist, wenn es von jemandem geschrieben wird, der nicht behauptet, Anarchist zu sein? Was macht ein Buch letztendlich anarchistisch?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Was den ideologischen Charakter unserer Literatur historisch zusammenh\u00e4lt, ist viel mehr als eine bestimmte Zeile oder eine repr\u00e4sentative Art von Referentialit\u00e4t, n\u00e4mlich die redaktionelle, bibliothekarische und verbreitende Praxis der Gef\u00e4hrt*innen im Laufe der Geschichte. Wie sonst k\u00f6nnten wir Henry Thoreau oder Leon Tolstoi mit Alfredo Bonnano oder den Angry Brigade in einen Topf werfen? Das hei\u00dft, der Charakter, der unserer Literatur verliehen wurde und weiterhin verliehen wird, hat nicht nur mit den B\u00fcchern selbst zu tun, nicht einmal speziell mit der Absicht ihrer Autor*innen, sondern mit der propagandistischen Arbeit, der Rezeption und dem Wert, den die Gef\u00e4hrt*innen ihr im Nachhinein notwendigerweise verliehen haben.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Diese wichtige Arbeit, die so viele in den letzten 150 Jahren geleistet haben, hat also ihre Besonderheiten, nicht nur in Bezug auf die Katalogisierung, sondern auch in Bezug auf die interessante Vielfalt an Fragen und Herausforderungen, die sie hervorrufen kann. In diesem Sinne haben wir uns zum Beispiel gefragt, ob ein Buch auf eine Ideologie reduziert werden kann, und w\u00e4hrend diese Antwort innerhalb doktrin\u00e4rer R\u00e4ume \u201eeinfacher\u201c sein mag, erh\u00e4lt sie in unseren Kreisen eine relevante Kategorie \u00fcber die m\u00f6gliche anarchistische Konzeption in der Gegenwart und die immer latente Spannung zwischen der revolution\u00e4ren Projektion und den ethischen Grundlagen des Anarchismus. Wenn wir zum Beispiel an anarchistische Literatur denken, k\u00f6nnen wir erstens die \u00e4u\u00dferen Merkmale betrachten, zum Beispiel die Verweigerung des geistigen Eigentums, der ISBN oder der Zusammenarbeit mit staatlichen oder multinationalen Verlagen, aber diese Merkmale sind in den Formen zusammengefasst, da viele Verlage in diese Kategorien fallen k\u00f6nnen und gleichzeitig nichts mit unseren Absichten zu tun haben, also m\u00fcssen wir zweitens an die anarchistische Literatur selbst denken, Und hier k\u00f6nnte die eigentliche Herausforderung liegen: Es gibt zwar einige Kategorien, die sich leicht \u201eklassifizieren\u201c lassen, wie im Kino der Dokumentarfilm, in der Literatur die vielen Publikationen, die sich als solche bezeichnen und die allgemeine Absicht haben, Anarchie zu propagieren, aber im Fall von Rafael Barret, Ursula K. L. Guin, Manuel Rojas oder so vielen Gef\u00e4hrt*innen, die Gedichte schreiben, die sich von anarchistischen Klischees befreien, ist es dann sinnvoll, sie unter einem ideologischen Gesichtspunkt zu betrachten?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Vielleicht sind sowohl die Frage als auch ihre Antworten viel umfangreicher, vielleicht muss man sich mit den verschiedenen literarischen Gattungen auseinandersetzen, um zu verstehen, auf welche Weise Lyrik, Prosa, soziale oder wissenschaftliche Aufs\u00e4tze unter einem spezifisch ideologischen Etikett zusammengefasst oder umarmt werden k\u00f6nnen \u2013 eine Aufgabe, die diese kleine Skizze nicht erf\u00fcllen kann, aber sie versucht, uns einige dieser Anliegen n\u00e4her zu bringen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>So kommen wir schlie\u00dflich zu der Frage: Kann Literatur f\u00fcr die Revolution \u201en\u00fctzlich\u201c sein? Auch wenn sie historisch gesehen auf diese Weise genutzt wurde, man erinnere sich an das Rote Buch von Mao bis hin zur Bibel, w\u00e4re es absurd zu denken, dass die Aktion des Schreibens und Lesens selbst f\u00fcr die Aktionen verantwortlich sein k\u00f6nnte, mit denen sie sp\u00e4ter gerechtfertigt wurden, denn das Schreiben ist ein rein reflexiver Akt, bei dem die Freiheit sowohl im Angesicht der Leere der leeren Seite erfahren wird, das uns von der Welt trennt, sie liegt in der M\u00f6glichkeit einer Beziehung zwischen unserer Existenz und der Materialit\u00e4t au\u00dferhalb von ihr, eine Beziehung, die umfassend, beschreibend oder irrational, klangvoll und sogar chaotisch sein kann.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir sind uns einig, dass es keine revolution\u00e4re Aktion ohne revolution\u00e4re Theorie geben kann, aber wir bekr\u00e4ftigen auch, dass das eine nicht auf Kosten des anderen gehen kann. Es ist genauso naiv, von B\u00fcchern zu verlangen, dass sie zu Revolten aufrufen, wie es naiv ist, von einem Sprengsatz zu verlangen, dass er uns etwas \u00fcber Freiheit erz\u00e4hlt, wie poetisch wir ihn auch immer einbauen wollen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>WEDER LITERARISCHER ANARCHISMUS NOCH UTILITARISTISCHE LITERATUR F\u00dcR DIE ZERST\u00d6RUNG JEGLICHER AUTORIT\u00c4T.<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\r\n\r\n\r\n<p><em>Text von <a href=\"https:\/\/expandiendolarevuelta.noblogs.org\/files\/2021\/06\/biblio-zaragoza-completo.pdf\">expandiendo la revuelta<\/a>, die \u00dcbersetzung ist von uns.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Einige Reflexionen rund um die anarchistische Edition und die demokratische Rekuperation.<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Er\u00f6ffenung der Bibliothek in Caza Zaragoza am 19. Juni 2021.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Von Expandiendo la Revuelta.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>\u201eZweifellos wird man sagen, dass alle Werkzeuge auf unsere Freiheit abzielen, da sie die Instrumente einer m\u00f6glichen Aktion sind und dass das Kunstwerk in dieser Hinsicht nicht spezifisch ist. Und es ist wahr, dass das Werkzeug der verdichtete Umriss einer Operation ist. Aber es bleibt auf der Ebene des hypothetischen Imperativs: Ich kann einen Hammer benutzen, um eine Kiste zu nageln oder um meinem Nachbarn den Kopf einzuschlagen. F\u00fcr sich betrachtet ist ein Werkzeug keine Voraussetzung f\u00fcr meine Freiheit, es stellt mich nicht vor sie, sondern versucht, ihr zu dienen, indem es die freie Erfindung von Mitteln durch eine geordnete Abfolge von traditionellen Verhaltensweisen ersetzt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Das Buch dient nicht meiner Freiheit: Es verlangt sie. In der Tat w\u00e4re es nicht m\u00f6glich, sich der Freiheit als solcher durch Druck, Faszination oder Flehen zu n\u00e4hern. Um sie zu erreichen, gibt es nur ein Verfahren: sie zun\u00e4chst anzuerkennen und ihr dann zu vertrauen; kurz gesagt, von ihr einen Akt im Namen ihrer selbst zu verlangen, d. h. im Namen des Vertrauens, das man ihr entgegenbringt. Auf diese Weise ist das Buch nicht wie das Werkzeug ein Mittel mit einem bestimmten Ziel; das Buch schl\u00e4gt die Freiheit des Lesers als sein Ziel vor\u201c.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Er\u00f6ffnung einer Bibliothek ist immer ein Ereignis, das uns mit Freude erf\u00fcllt, vor allem, wenn sie mit Verbindungen und Forderungen einhergeht, die auf eine kritische und antiautorit\u00e4re Sichtweise setzen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>In unserem Fall, als anarchistischer Verlag, glauben wir, dass es notwendig ist, durch die Ver\u00f6ffentlichung von Material und vor allem durch die Reflexion \u00fcber das, was wir als eine Reihe von Debatten \u00fcber den Zweck von Propaganda und ihre anarchistische Positionierung betrachten, einige Beitr\u00e4ge zu leisten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wenn wir kurz auf die umfangreiche anarchistische Geschichte in Buenos Aires zur\u00fcckblicken, war die Ver\u00f6ffentlichung von Lesematerial eine der S\u00e4ulen, von denen aus Treffen und gemeinsame Affinit\u00e4ten projiziert wurden, in diesem Sinne die Ver\u00f6ffentlichung von Publikationen, von der ersten Gro\u00dfauflage \u201eEl perseguido\u201c im Jahr 1890, \u00fcber \u201eLa Protesta\u201c, die 1897 begann, oder \u201eLa antorcha\u201c im Jahr 1921, Sie hatten aber nicht nur die \u201eFunktion\u201c, eine Botschaft zu vermitteln oder ein \u201eIdeal\u201c zu teilen, sondern informierten auch \u00fcber Treffen und Aktivit\u00e4ten, sammelten Spenden f\u00fcr die lokale Bev\u00f6lkerung oder Gefangene und stellten Verbindungen zwischen den verschiedenen Publikationen und R\u00e4umen her. Auf diese Weise leisteten die anarchistischen Verlage, die keine zentrale Organisation oder irgendeine Art von Anf\u00fchrer hatten, einen Beitrag sowohl \u201einnerhalb\u201c als auch \u201eau\u00dferhalb\u201c der Bewegung, und obwohl es immer wieder Differenzen gab, k\u00f6nnen wir heute die Geschichtlichkeit, die Debatten und Spannungen genau aus diesen Archiven heraus nachvollziehen und sie so in der Gegenwart nutzbar machen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Der 1961 gegr\u00fcndete Verlag Reconstruir hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Reihe von Netzwerken und R\u00e4umen wiederzubeleben, die zun\u00e4chst durch die Diktatur der 1930er Jahre und dann durch den peronistischen Vormarsch unter Repression gelitten hatten, auf diese Weise funktionierte Reconstruit, sowohl um klassiche Texte zu retten, wie auch um gegenw\u00e4rtige Debatte der Zeit vorzuschlagen, die von der kubanischen Revoltuion, \u00fcber den Existenzialismus, bis hin zum Krieg im Vietnam gingen. Wir k\u00f6nnen auch die Arbeit von \u201eLa Protesta\u201c w\u00e4hrend dieser Jahrzehnte und ihre konstante Funktion der Aufrechterhaltung der anarchistischen Ideologie finden, sogar bis weit ins 21. Jahrhundert.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Diese Publikationen wurden jedoch w\u00e4hrend der letzten Milit\u00e4rdiktatur 1976 wieder eingestellt, und erst 1983 kam es zu einer neuen Welle von Ausgaben in Form verschiedener Anarkopunk-Fanzines und einiger Publikationen mit eher \u201egegenkulturellem\u201c Charakter, die die Bestrebungen der so genannten \u201eneuen Linken\u201c unter einer gewissen anarchischen \u00c4sthetik verbargen. An dieser Stelle wollen wir uns mit dem auseinandersetzen, was wir als eindeutige Absicht ansehen, anarchistische Ideen wiederzugewinnen, um auf verschiedene reformistische, akademische und sogar kommerzielle Absichten einzugehen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ganz allgemein k\u00f6nnen wir sagen, dass nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 und der Repression der verschiedenen lateinamerikanischen Diktaturen in den 70er und 80er Jahren, der marxistisch-leninistische Horizont die vermeintlich revolution\u00e4ren Hoffnungen mit seinen gro\u00dfen Armeen fallen sah, so kann von einer neuen Linken gesprochen werden, von \u201eneuen Wegen, Politik zu machen\u201c, und jeder Versuch, einen bewaffneten Aufstand zu f\u00f6rdern, wurde teilweise zunichte gemacht, wie zum Beispiel die von der gesamten \u201enationalen Linken\u201c diktierte Ablehnung der \u00dcbernahme der La Tablada-Kaserne im Jahr 1989 zeigt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>So gewannen die anarchistische Praxis und die anarchistischen Ideen f\u00fcr einige redaktionelle Bereiche wieder an Bedeutung und fanden verschiedene Annehmlichkeiten, zum Beispiel die Tatsache, dass es sich um eine Geschichte handelte, die bereits fast hundert Jahre alt war, d.h. viele Gef\u00e4hrt*innen hatten nicht die M\u00f6glichkeit, auf diese Visionen zu reagieren, und das bedeutete offensichtlich eine \u201eFreiheit\u201c f\u00fcr viele Intellektuelle, Akademiker und demokratische Schriftsteller, die in der anarchistischen Geschichte einen Raum sahen, den sie ohne Ressentiments ausnutzen konnten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Auf diese Weise finden wir eine Reihe von Menschen und staatlichen R\u00e4umen, die eine Rekuperation unserer Erinnerung (A.d.\u00dc., im Sinne der Geschichte) von einer staatsb\u00fcrgerlichen und linken, ja sogar nationalistischen Perspektive aus betreiben und sogar behaupten, dass wir Teil der \u201eargentinischen Geschichte\u201c sind. Von Dora Barrancos \u00fcber Martin Caparros bis hin zu Cedinci finden wir eine klare Linie, die einerseits der Verharmlosung anarchistischer Ideen und Praktiken und andererseits der Verfolgung akademischer Karrieren in den H\u00e4nden des Staates, d.h. auf der Suche nach Macht, vorgeworfen wird.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Das ist jedoch nur ein Teilaspekt der Situation, denn wenn wir den Blick auf andere Bereiche \u00f6ffnen, finden wir auch staatlich finanzierte Filme und Theaterst\u00fccke, die uns einen klaren Versuch erkennen lassen, den Anarchismus von seinem aufst\u00e4ndischen Inhalt zu entleeren, so wie es zum Beispiel in den letzten Jahrzehnten mit der Geschichte der verschiedenen indigenen V\u00f6lker geschehen ist. Aus der Perspektive des Progressivismus und der Linken wird so die v\u00f6lkerm\u00f6rderische Geschichte des argentinischen Staates reingewaschen und einige bestimmte Personen werden als S\u00fcndenb\u00f6cke benutzt, sei es Julio Argentino Roca, Oberst Varela, Videla oder Menem, w\u00e4hrend die indigenen V\u00f6lker unaufh\u00f6rlich verfolgt und die anarchistischen R\u00e4ume ger\u00e4umt werden und von Repression getroffen werden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Damit wollen wir uns nicht selbst zum Opfer machen, sondern lediglich auf einen repressiven Prozess hinweisen, der einerseits mit der Kommerzialisierung und Trivialisierung der Anarchie und andererseits mit Inhaftierung und Mord hinter verschlossenen T\u00fcren und meilenweit entfernt zu tun hat.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Das wird auch an dem Etikett der \u201eEingeschleusten\u201c deutlich, das uns der Kirchnerismus und die Linke w\u00e4hrend des Verschwindens von Santiago Maldonado aufgedr\u00fcckt haben, d.h. einerseits wurde eine Maske der \u201eSolidarit\u00e4t\u201c , der \u201eGerechtigkeit\u201c aufgesetzt, und gleichzeitig wurden die Ideen von Lechuga (A.d.\u00dc., ein Spitzname von Santiago Maldonado) unsichtbar gemacht und eine politische Kampagne in seinem Namen durchgef\u00fchrt, die sogar so weit ging, dass versucht wurde, einen Film zu ver\u00f6ffentlichen, der gl\u00fccklicherweise sowohl in Buenos Aires als auch in verschiedenen Teilen Argentiniens boykottiert wurde.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Um noch einmal auf das Verlagswesen und die Propaganda zur\u00fcckzukommen: Wir glauben, dass es heute mehr denn je notwendig ist, sich zu positionieren, da wir nicht wollen, dass anarchistische Ideen zum Konsum werden oder nur ein weiterer Raum, in dem sich Intellektuelle von der Nationalbibliothek aus sich gegenseitig einen runterholen, obwohl diese sicherlich auch weiterhin von staatlichen Institutionen finanziert werden, heute sind wir viel mehr von der Notwendigkeit \u00fcberzeugt, unseren Gedankengut aus der Konsequenz zwischen Mitteln und Zielen zu festigen, so finden wir Publikationen und Verlage wie \u201eAnarquista\u201c, \u201eGatx Negrx\u201c oder \u201eL\u2019anomia\u201c, und in j\u00fcngster Vergangenheit die Ver\u00f6ffentlichungen von \u201eAbrazando el Caos\u201c oder die \u201eAnarqu\u00eda\u201c-Ausgaben, um nur einige Beispiele zu nennen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em>Deshalb geht es uns nicht um die Ver\u00f6ffentlichung von B\u00fcchern als Selbstzweck, obwohl uns das Spa\u00df macht und es zweifellos ein Aspekt ist, in dem wir uns auch wohlf\u00fchlen, sondern als Mittel zur Revolte, vor allem aber f\u00fcr die anarchistische Bewegung und R\u00e4ume. Auch wenn wir unsere Reflexionen nicht von einem erleuchteten Standpunkt aus denken, sind wir der Meinung, dass die Mittel viel mehr \u00fcber die Ziele aussagen als die Titel, denn Anarchie findet sich nicht in den B\u00fcros der Macht und auch nicht in den vermeintlich \u201eguten Absichten\u201c der heutigen Linken, sondern im praktischen aufst\u00e4ndischen und autonomen Einsatz derjenigen, die sich als solche bekr\u00e4ftigen und mit ihren Worten einen Schritt weiter in Richtung sozialer Krieg gehen.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\r\n\r\n\r\n<p><a href=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=60#sdfootnote1anc\">1<\/a>Ian Vine schrieb \u00fcber Verbrechen und das Gesetz in Anarchy 59 &amp; \u201aAnarchism as a realist alternative\u2018 Anarchy 74<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><a href=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=60#sdfootnote2anc\">2<\/a>Siehe den Brief von Godfrey Featherstone in Freedom vom 20. April 1968 und die Antworten von Stuart Christie, Adrian Derbyshire, James Duke, Ross Flett, Albert Meltzer und Martin Page in der folgenden Ausgabe.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><a href=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=60#sdfootnote3anc\">3<\/a>In Donald Rooums Bericht \u00fcber den Fall Challenor \u201eIch habe ein St\u00fcck Ziegelstein verlegt\u201c in Anarchy 36<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><a href=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=60#sdfootnote4anc\">4<\/a>In Jean-Pierre Schweitzers \u201eProlegomena to an Anarchist Philosophy: 3 \u2013 Politics\u201c, Minus One Nr. 13, hei\u00dft es: \u201eDer Kriminelle ist der (An)archist \u201epar excellence\u201c\u201c.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><a href=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=60#sdfootnote5anc\">5<\/a>Tony Topham (Institute for Workers Control) war keine Anarchistin und Anarchist; Geoffey Ostergaard schrieb \u00fcber Workers\u2018 Control in Anarchy Nr. 2 und 80.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><a href=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=60#sdfootnote6anc\">6<\/a>Ich habe nichts von Jeff Robinson gesehen, das dies behauptet. Sein \u201aA statement\u2018 (u.a. \u201aInnere Freiheit ist in der modernen Welt sogar in einer Gef\u00e4ngniszelle m\u00f6glich\u2018) Freedom 29. Juli 1967 brachte Albert Meltzer auf die Palme: \u201aDie Spaltung besteht zwischen denen, die den Anarchismus als lebendige Kraft sehen, und denen, die ihn f\u00fcr einen aufregenden Namen halten, wenn sie \u00fcber die Notwendigkeit von Kinderspielpl\u00e4tzen sprechen.\u2018 An Understatement\u201c Freedom 19. August 1967.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><a href=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=60#sdfootnote7anc\">7<\/a>Minus One (\u201eIndividualist Anarchist Review\u201c) siehe https:\/\/www.unionofegoists.com\/journals\/minus-one-1963\/<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><a href=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=60#sdfootnote8anc\">8<\/a>Internationaler Kongress der Anarchistinnen und Anarchisten in Carrara, 31. August bis 3. September 1968.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><a href=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=60#sdfootnote9anc\">9<\/a>A.d.\u00dc.<em>, <\/em><em>Consejo Nacional de Investigaciones Cient\u00edficas y T\u00e9cnicas<\/em> ist die unabh\u00e4ngige Hauptinstanz in Argentinien f\u00fcr das F\u00f6rdern von Forschungen, f\u00fcr das Verleihen von Stipendien usw.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anarchistische B\u00fcchermesse Berlin-Kreuzberg 2024 Wir verk\u00fcnden mit gro\u00dfer Freude, dass vom 05. September bis zum 08. September 2024 im NewYorck im Bethanien 2 B, 10997 Berlin-Kreuzberg 36, eine anarchistische B\u00fcchermesse stattfinden wird. Das letzte Mal das in Berlin, unserer Kenntnis nach, so was stattfand, war im Jahr 2016, als die Tage der anarchistischen Ideen und &hellip; <a href=\"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/?p=60\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Anarchistische B\u00fcchermesse Berlin-Kreuzberg 2024<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19357,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-60","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-general"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/60","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/19357"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=60"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/60\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":79,"href":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/60\/revisions\/79"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=60"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=60"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/anarchistischebuechermesse.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=60"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}